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US-Gericht verurteilt Ex-Intel-Mitarbeiter

30.04.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) – Das firmeneigene E-Mail-System darf nicht benutzt werden, um Kritik an der Unternehmensführung zu verbreiten, hieß es in dem Urteil eines kalifornischen Gerichts. Der 51 jährige Ingenieur Ken Hamidi wurde damit zum zweiten Mal verurteilt, seinen ehemaligen Arbeitgeber Intel nicht über das unternehmenseigene E-mail-System zu beschimpfen. Richter John R. Lewis betonte, daß es bei dem Urteil nicht um die Frage der freien Meinungsäußerung gehe, sondern daß es sich bei dem Firmennetz um ein privates Forum handelt, auch wenn es einem öffentlichen ähnelt. Er stimmte Intel zu, durch die unerwünschten Mitteilungen seien zusätzliche Kosten entstanden, da der Chiphersteller die Mails abfangen beziehungsweise vor seinen Mitarbeitern Stellung beziehen mußte. Hamidi, der sechsmal E-Mails an rund 30 000 Intel-Mitarbeiter geschickt hatte, argumentierte, die Firma könne keinen konkreten Schaden nachweisen. Diese Auffassung teilte das Gericht nicht. Ein Intel-Sprecher zeigte sich zufrieden mit dem Urteil und unterstrich, daß Hamidi weiterhin das Unternehmen kritisieren könne – er hatte hierzu eigens eine Web-Site namens "Face-Intel" eingerichtet – doch er sei nicht befugt, hierfür das private Netz der Company zu nutzen.