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US-Gericht verhängt Milliardenstrafe gegen Spam-Versender

20.12.2004
Ein Gericht in Iowa hat dem Internet Service Provider CIS über eine Milliarde Dollar Schadensersatz zugesprochen. Er hatte bereits im Jahr 2001 gegen Spam-Versender geklagt

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Ein US-amerikanisches Gericht in Davenport, Iowa, hat dem Internet Service Provider CIS über eine Milliarde Dollar Schadensersatz zugesprochen. Das Unternehmen hatte bereits im Jahr 2001 gegen rund 300 Spam-Versender geklagt. Wegen der wachsenden Zahl von Spam-Sendungen werde die eigene Geschäftstätigkeit beeinträchtigt, begründete Firmeninhaber Robert Kramer die Klage. Im Vorfeld hatten die Mail-Server rund 10 Millionen Spam-Sendungen täglich zu verkraften.

Das ist die größte Summe, die US-Gerichte je einem Spam-Opfer zugesprochen haben. Laut den Gesetzen im US-Bundesstaat Iowa steht einem Geschädigten 10 Dollar je Spam zu.

Den Löwenanteil der Strafe müssen die Firmen AMP Dollar Savings Inc. mit 720 Millionen Dollar und Cash Link Systems mit 360 Millionen Dollar aufbringen. Sein Mandant geht jedoch davon aus, nur einen Bruchteil der zugesprochenen Summe zu erhalten, erklärte Kelly Wallace, Anwalt von CIS-Chef Kramer. Bei den verurteilten Unternehmen handle es sich um Scheinfirmen, deren Hintermänner nur schwer aufzuspüren seien. Kramer wertet das Urteil als Sieg. Es sei ein wichtiges Signal für die gesamte Internet-Wirtschaft. (ba)