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US-Gericht verbietet 321 Studios Verkauf von DVD-Kopiersoftware

23.02.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der US-Anbieter von DVD-Kopiersoftware 321 Studios hat vor Gericht eine herbe Niederlage gegen den Verband der amerikanischen Filmindustrie MPAA (Motion Picture Association of America) eingesteckt. Bezirksrichterin Susan Illston entschied am vergangenen Freitag in San Francisco, dass das Unternehmen mit seiner Software gegen den Digital Copyright Millennium Act (DCMA) verstößt - selbst wenn die Erstellung einer privaten Kopie von Filmen gesetzlich erlaubt sei. 321 Studios hat nun sieben Tage Zeit, die integrierte Funktion zum Umgehen von Kopierschutztechniken aus der Software zu entfernen oder Herstellung, Vermarktung und Vertrieb der Lösung komplett zu stoppen.

Die Software von 321 Studios basiert auf einem so genannten DeCSS, der digitale Kopien möglich macht. Der Hersteller argumentierte vergeblich, dass es sich bei CSS (Content Scrambling System) nicht um einen Kopierschutz handle, sondern um einen Zugangsschutz. Nach eigenen Angaben wurden bereits eine Million Kopien der Software verkauft.

Robert Moore, President von 321 Studios, kündigte an, gegen das Urteil in Revision zu gehen, falls nötig sogar vor dem Supreme Court. Gleichzeitig plant die Company aus St. Louis, in Kürze eine überarbeitete Version der Kopiersoftware ohne die illegale DeCSS-Funktion auf den Markt zu bringen. Das fehlende Tool zur Umgehung des Kopierschutzes ließe sich ohnehin überall im Internet beschaffen. (mb)