Für Big Blue und die Industrie nur ein Etappensieg

US-Gericht: IBM nicht schuld an Krebserkrankungen

05.03.2004
MÜNCHEN (CW) - Die Geschworenen eines kalifornischen Gerichts in Santa Clara sind zu dem Schluss gekommen, dass die IBM nicht schuldig ist an den Krebserkrankungen zweier ehemaliger Mitarbeiter in ihren Halbleiterfabriken. Sie hatten das Unternehmen verklagt, in den Produktionsstätten gesundheitsgefährdende Chemikalien eingesetzt und die Kläger über die Risiken im Unklaren gelassen zu haben.

Für die IBM ist dieses Geschworenenurteil allerdings nur ein Etappensieg. Insgesamt sind in den USA rund 200 Verfahren anhängig, in denen ähnliche Klagen gegen den Computerriesen erhoben werden. Bereits kommende Woche wird in New York ein weiterer Prozess beginnen.

Bewusst getäuscht?

Die Kläger hatten IBM vorgeworfen, in Fertigungsstätten Chemikalien wie Isopropyl-Alkohol, Arsen und Azeton eingesetzt zu haben. Big Blue habe die Mitarbeiter nicht über die gesundheitsschädigende Wirkung dieser Werkstoffe aufgeklärt. Vielmehr seien die Beschäftigten sogar bewusst über die Risiken im Unklaren gelassen worden. Dieser Argumentation folgten die Geschworenen vor dem Gericht in Santa Clara nicht. Sie sahen keinen Zusammenhang zwischen den Krebserkrankungen und dem Einsatz der Chemikalien.

Für die Industrie ist dieses Urteil zunächst eine Erleichterung. Hätte das Gericht IBM verurteilt, wären weitere Klagen auch gegen andere Halbleiterhersteller die Folge gewesen. Manche Industrieexperten hätten für diesen Fall sogar eine Klagewelle für möglich gehalten. (jm)