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US-Geheimdienst sichert sich Patent auf IP-Lokalisierung

22.09.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die National Security Agency (NSA) hat unter der US-Patentnummer 6947978 eine Technik für die Lokalisierung von Internet-Adressen angemeldet. Das Verfahren basiert auf der Messung von Latenz- und Round Trip-Zeiten beim Datenaustausch mit verschiedenen Orten. Aus den Ergebnissen, so zumindest die Theorie, lässt sich anschließend eine topographische Abbildung des Internets erstellen, in der sich einzelne Rechner lokalisieren lassen.

Das NSA-System ist allerdings nicht fehlerfrei. Zum einen können Anwender, die über einen Internet Provider ins Web gehen, nicht aufgespürt werden. Auch gegen Proxy-Dienste wie Anonymizer ist die Technik nicht gewappnet. Wegen dieser Einschränkungen eigne sich das Verfahren für den Geheimdienst möglicherweise nur in Kombination mit weiteren Methoden, schätzen Experten. Die beiden Entwickler Stephen Huffman und Michael Reifer aus Maryland weisen daher in ihrer Patentbeschreibung lediglich auf einen möglichen Einsatz im Bereich der Werbung hin. Außerdem könnten Passworte an eine bestimmte Region gekoppelt werden. Bei einem Login-Versuch von außerhalb werde der Zugang verweigert. (mb)