US-Frequenzversteigerung: Verizon umgeht Google

07.02.2008
Die Versteigerung der US-Frequenzen im 700-MHz-Band sind ein Politikum. Zwei Parteien stehen sich gegenüber: Google plädiert für eine Öffnung des Bandes, die Netzbetreiber wollen ihr geschlossenes Geschäftsmodell weiterführen. Im Moment scheint der Mobilfunkanbieter Verizon in der Auktion vorn zu sein.

Die Frequenzversteigerung der FCC (Federal Communications Commission) übertrifft bereits alle Erwartungen. Die Gebote für die fünf Frequenzblöcke im 700-MHz-Band stehen derzeit bei 19 Milliarden US-Dollar, zu Beginn der Auktion schätzte die Behörde die Einnahmen auf 10 bis 15 Milliarden US-Dollar.

Vor allem einige der lokalen und regionalen Frequenzen sind hart umkämpft und treiben die Angebote nach oben. Alle Augen sind jedoch auf den so genannten C-Block gerichtet. Der Block wird in allen 52 Staaten vergeben und steht bei den Mobilfunkern AT&T und Verizon sowie dem Internet-Konzern Google ganz oben auf dem Wunschzettel.

Google konnte bei bei FCC einen Passus erwirken, nach dem Kapazitäten der Mobilfunkfrequenz vom Betreiber an andere Anbieter freigegeben werden müssen, wenn die Auktionsangebote die Summe von 4,6 Milliarden US-Dollar übersteigen (mehr lesen). Die Mobilfunkbetreiber mit Verizon und AT&T an der Spitze lehnen diese Forderung ab, da sie das klassische Geschäftsmodell untergraben würde. Die für den C-Block gebotene Summe erreichte kürzlich 4,7 Milliarden US-Dollar, was den Weg für ein offenes Netz frei macht. Obwohl die Auktion anonym und elektronisch durchgeführt wird, gehen Beobachter davon aus, dass Google das Angebot abgab. Doch ob das Unternehmen den Zuschlag erhält bleibt fraglich. Nach Meinung einiger Analysten hat Verizon derzeit die Nase vorn ? dank eines Umweges.

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