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US-Company will Exekution per Web übertragen

09.04.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die US-Company Entertainment Network aus Tampa in Florida will notfalls vor Gericht die Erlaubnis erstreiten, die Hinrichtung des Massenmörders Timothy McVeigh im Internet zu übertragen. Die bislang vor allem durch Spanner-Sites wie Voyeurdorm.com oder Dudedorm.com bekannte Firma hat bereits eine entsprechende Klage gegen die US-Regierung eingereicht. Das Gefängnis in Terre Haute im Bundesstaat Indiana, in dem McVeigh Mitte März durch Giftinjektion sterben soll, hatte bislang die Installation einer Webcam abgelehnt. "Wir sind der Ansicht, dass die Öffentlichkeit ein absolutes Anrecht hat, Zeuge der Exekution zu sein", erklärte Entertainment-Chef David Marshlack, der aber offensichtlich eher aufs Geld verdienen aus ist. Eine eventuelle Web-Übertragung soll nur für US-Bürger ab 18 Jahren zugänglich sein und knapp zwei Dollar kosten.

Timothy McVeigh hatte 1995 ein Bundesgebäude in Oklahoma City durch eine Bombe zerstört. Bei diesem bislang schlimmsten Terrorakt der US-Geschichte kamen 168 Menschen ums Leben.