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US-Broker müssen Instant Messages drei Jahre lang archivieren

20.06.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die National Association of Securities Dealers (NASD) hat ihre rund 5300 Pflichtmitglieder am vergangenen Mittwoch informiert, dass diese künftig verpflichtet sind, Instant Messages ihrer Broker drei Jahre lang zu archivieren. Eine analoge Regelung gilt seit einiger Zeit bereits für E-Mails. Zwar gehören die Wertpapierhändler zu den frühesten Kunden von speziell für den Firmeneinsatz konzipierten IM-Applikationen, aber noch nicht überall wird der Einsatz der Echtzeit-Kommunikation überwacht und manche Händler nutzen vermutlich zusätzlich Consumer-orientierte Programme wie MSN, Yahoo oder AOL Instant Messenger.

Die elektronische Kommunikation, zu der auch Instant Messaging gehört, findet zunehmend als Beweismittel Verwendung. Erst kürzlich hatten sich zehn große Broker-Häuser mit der US-Börsenaufsicht SEC außergerichtlich auf Zahlung von 1,4 Milliarden Dollar geeinigt, weil sie übertrieben optimistische Aktienbewertungen veröffentlicht hatten, um das hauseigenen Investment-Banking zu beflügeln. Die Ermittler hatten dabei zahlreiche E-Mails als Beweismittel verwendet. (tc)