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US-Börsenaufsicht nimmt IBM-Bilanzen unter die Lupe

03.06.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Wie der IT-Konzern IBM am gestrigen Montag mitteilte, hat die US-Börsenaufsicht SEC eine formelle Untersuchung gegen das Unternehmen begonnen. Die Ermittler interessierten sich dabei für die Umsatzbuchungen der Jahre 2000 und 2001, primär ginge es dabei um bestimmte Kundenbeziehungen, hieß es bei Big Blue. Die IBM-Verantwortlichen vermuten, die Untersuchung sei das Resultat einer anderen SEC-Überprüfung bei einem Kunden der IBM-Sparte Einzelhandelslösungen (Retails Stores Solutions). Ziel der Ermittlungen gegen IBM sei es lediglich, Fakten zu überprüfen, Resultate stünden noch aus.

Der Armonker Konzern hatte in den vergangenen Jahren mehrmals die Aufmerksamkeit der Börsenaufsicht erregt. Zuletzt hatte die SEC im April vergangenen Jahres überraschend mitgeteilt, dass sie gegen IBM ermittelt habe, die Prüfung sei jedoch ohne Einleitung von weiteren Schritten beendet worden (Computerwoche online berichtete). Hintergrund war damals ein Zugewinn von 280 Millionen Dollar durch den Verkauf eines kleinen Geschäftsbereichs an JDS-Uniphase. Der Konzern hatte diese einmalige Einnahme stillschweigend in seiner Bilanz verbucht, um die Prognosen der Analysten für das Gesamtjahr 2001 gerade noch einzuhalten. Nachdem der Kurs der Aktie um gut fünf Prozent eingebrochen war, gelobte Big Blue, künftig mehr Klarheit in seine Bilanzen zu bringen. (mb)