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US-Behörden zerschlagen internationalen Kinderpornoring

09.08.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Amerikanischen Ermittlern ist es gelungen, einen großen international agierenden Kinderpornoring zu zerschlagen. Dies gab US-Justizminister John Ashcroft gestern auf einer Pressekonferenz in Washington bekannt. Im Mittelpunkt der zweijährigen Ermittlungen unter dem Decknamen "Operation Avalanche" habe die Firma Landslide Incorporated aus Fort Worth im US-Bundesstaat Texas gestanden. Landslide hatte kinderpornografische Videos und Bilder, die unter anderem aus Russland und Indonesien stammen, über das Internet verkauft. Nach Angaben der leitenden Staatsanwältin Terri Moore waren auch Fotos darunter, die die Vergewaltigung von Kindern zeigen.

Die Inhaber der Firma wurden bereits am Montag von einem Bundesgericht wegen Verbreitung von Kinderpornografie zu hohen Haftstrafen verurteilt. Der 38-jährige Thomas Reedy bekam lebenslänglich. Seine 33-jährige Ehefrau Janice muss für 14 Jahre hinter Gitter. Das Ehepaar soll mit seinem Internet-Geschäft binnen zwei Jahren mehr als eine Million Dollar verdient haben. Nach Angaben der Polizei waren bei Landslide weltweit mindestens 250.000 Kunden registriert, die für das Angebot rund 30 Dollar im Monat zahlten. Anhand der beschlagnahmten Kundenlisten und Kreditkartennummern konnten die Fahnder auch gegen Kunden ermitteln. Rund 100 von ihnen wurden bereits verhaftet. Die Webmaster der Pornoseiten, ein Russe und ein Indonesier, sind dagegen noch flüchtig.