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US-Behörden nehmen 135 Internet-Kriminelle fest

19.05.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Über ein verschärftes Vorgehen von US-Behörden gegen Internet-Betrüger berichteten wir bereits in der vergangenen Woche. Am vergangenen Freitag konkretisierte der Generalbundesanwalt die Angaben erheblich: Insgesamt 135 Verdächtige seien im Rahmen der Aktion "E-Con" verhaftet und 17 Millionen Dollar beschlagnahmt worden, erklärte John Ashcroft im Rahmen einer Pressekonferenz des Justizministeriums (DOJ = Department of Justice). Geschädigt worden waren von den E-Con-Verdächtigen seit Januar rund 89.000 Opfer, die zusammen um knapp 180 Millionen Dollar betrogen wurden.

"Im Netz können Kriminelle leichter untertauchen. Das macht es zwingend notwendig, dass die Strafverfolgungsbehörden schneller handeln, um neue Maschen zu stoppen, bevor die Betrüger in den Tiefen des World Wide Web verschwunden sind", so Ashcroft. Beispielhaft führte er den Fall von Johnny Ray Gasca an, der Vorabvorführungen neuer Kinofilme mit einem Camcorder mitgeschnitten und anschließend Internet angeboten hatte - rund 4500 Dollar pro Woche verdiente der Raubkopierer auf diese Weise. Ausgehoben wurden unter anderem auch ein betrügerischer Dating-Service, Betreiber gefälschter Bank-Sites und Ebay-Fake-Auktionäre.

Auch Musik- und Videopiraten wollen die Strafverfolger künftig härter anpacken. Auf Nachfrage sagte Ashcroft: "Wir sehen in der illegalen Piraterie urheberrechtlich geschützten Materials einen ernsten Gesetzesverstoß und werden das intensiv und ernsthaft verfolgen." Geladen zu der Pressekonferenz war deswegen auch Hilary Rosen, oberste Lobbyistin des Branchenverbandes Recording Industry Association of America (RIAA). Sie lobte die Anstrengungen des Justizministeriums, verwies aber darauf, dass die Behörde noch nichts gegen illegales Filesharing unternommen habe. "Wir arbeiten mit ihnen zusammen", so Rosen. (tc)