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US-Autorin fordert lebenslange E-Mail-Adresse

05.10.2007
Von pte pte
Die Autorin Gail Mortenson hat bei der US-Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) eine Petition eingereicht, in der sie fordert, dass E-Mailadressen künftig analog zur Rufnummernportierung mitgenommen werden können.

Hintergrund ist die Löschung ihrer E-Mail-Adresse durch ihren Provider AOL, nachdem sie den Servicevertrag gekündigt hatte. Laut ihrer Argumentation gehöre die E-Mailadresse mittlerweile jedoch ebenso zur Identität wie die Wohnadresse und die Telefonnummer. Mortenson fordert von der FCC, dass die ISPs verpflichtet werden, die E-Mailadresse auch nach dem Erlöschen eines Servicevertrages aufrecht zu erhalten und eingehende Nachrichten an die neue Adresse weiterzuleiten. Damit wäre die lebenslange Nutzung einer E-Mail-Adresse möglich. Technisch sei eine Weiterleitung bei einem Providerwechsel problemlos umsetzbar, meint Mortenson. Im Gegensatz dazu wirke sich die sofortige Löschung ohne Möglichkeiten der Weiterleitung vor allem im beruflichen Umfeld negativ aus.

"Die einfachste Möglichkeit eine lebenslange E-Mailadresse zu erhalten, ist die Registrierung einer eigenen Domain", sagt Ingrun Senft, Sprecherin des deutschen Internet Providers 1&1, im Gespräch mit pressetext. Auch bei 1&1 erlischt die E-Mailadresse mit dem Stichtag der Kündigung. Eine Möglichkeit der weiteren Nutzung sei nicht vorgesehen, so Senft, die jedoch auf eine Vielzahl an Gratisanbietern verweist. So bleibt dem Kunden eine E-Mailadresse bei GMX so lange erhalten, wie er das wünscht. Die lebenslange Adresse ist damit sogar gratis.

"Es gibt hier keinen Fehler im Markt", kommentiert der US-Journalist Declan McCullagh in seinem Blog die Petition. Also müsse auch die Regulierungsbehörde nicht eingreifen. E-Mail-Adressen gäbe es zuhauf kostenlos im Web, schreibt McCullagh. Zudem kritisiert er, dass durch die Weiterleitung ein unnötiger Datenverkehr entstehen würde. Wechsele der User nun schon zum zweiten Mal seine Adresse, so würde jede Nachricht an die Ursprungsadresse zweimal weitergeleitet werden - "ein entsetzlich uneffizienter Weg der Nachrichtenübermittlung", so der Blogger. Zudem müsse man bedenken, dass diese E-Mail nicht ankommt, sobald ein Anbieter in der Kette Serviceprobleme hätte. (pte)