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US-Armee zahlte Irak-Verhörer aus IT-Servicevertrag

26.05.2004

Buchprüfer der US-Regierung ermitteln einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge", wie es dazu kommen konnte, dass die US-Armee einen IT-Servicevertrag zweckentfremdete, um Verhörpersonal für irakische Gefängnisse anzuheuern - noch dazu über eine Firma, die über keinerlei Erfahrung mit solchen Tätigkeiten verfügt.

Die Vernehmungsbeamten arbeiteten nämlich für CACI International, ein in Virginia ansässiges Unternehmen, das seit langer Zeit für das Verteidigungministerium vor allem Computer-Services leistet. Dieses wurde im vergangenen Herbst mit der Rekrutierung beauftragt, als die Armee beschloss, ihr eigenes Personal um rund 30 Zivilisten aufzustocken. Einige von den CACI-Leuten landeten auch im skandalumwitterten Abu-Ghraib-Gefängnis, und mindestens einer hatte mit dem Missbrauch der dort Inhaftierten zu tun.

Um diese Maßnahme zu finanzieren, zahlte die Armee CACI unter einem Vertrag aus dem Jahr 1998, den das US-amerikanische Innenministerium verwaltet. Im Rahmen dieses Vertrags stattete CACI Militärbasen in aller Welt mit Computern und Zubehör aus. Nun stellt sich die Frage, warum dieser unübliche, wenn nicht gar unzulässige Weg der Finanzierung gewählt wurde - zumal das Verteidigungsministerium weitere Multimillionen-Dollar-Verträge mit CACI in eigener Verwaltung hatte.

Zumindest blieb durch die "Auslagerung" in den vom Interior Department verwalteten Kontrakt das Budget für das Verhörpersonal den Augen der Wirtschaftsprüfer des Verteidigungsministeriums Monate lang verborgen. "Dies umging alle normalen Formen der Kontrolle", zitiert das "Journal" einen Pentagon-Offiziellen, der mit der Angelegenheit vertraut ist. CACI zumindest ist einer Mitteilung zufolge zuversichtlich, auch weiterhin die US-Armee mit Vernehmungspersonal ausstatten zu dürfen. (tc)