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US-Anschläge: Kommt Carnivore?

17.09.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Experten rechnen damit, dass die in den USA verübten Terroranschläge die Installation von Internet-Schnüffelsystemen begünstigen. So registriere die US-Bundespolizei FBI seit den Attentaten eine höhere Bereitschaft von Systemadministratoren, das E-Mail-Spionagesystem "Carnivore" einzurichten. Erst am Donnerstag hat der US-Senat den verstärkten Einsatz des Systems gebilligt.

Allerdings sind die Schwächen solcher Systeme altbekannt. Wie auch bei der Kommunikationsüberwachung "Echelon" dürfte weniger das Erfassen der Daten das Problem sein als vielmehr die Auswertung der gigantischen Datenmengen. Bei E-Mails kommt dazu, dass jedermann seine Daten wirksam verschlüsseln kann, seitdem starke Verschlüsselungsverfahren von den USA aus weltweit vertrieben werden dürfen. Auch Forderung, kryptografische Verfahren in Zukunft stärker zu reglementieren und Geheimdiensten sozusagen einen Zweitschlüssel in die Hand zu geben, dürften nur begrenzt wirksam sein, so die Experten. Schließlich sind wirksame Verfahren ohne Hintertüren bereits verfügbar.