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US-Anleger belasten Telekom mit Sammelklage

04.11.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Deutschen Telekom steht neuer Ärger ins Haus: Presseberichten zufolge haben US-Aktionäre den Bonner TK-Konzern auf einen Schadenersatz in Milliardenhöhe verklagt. Die Kläger beschuldigen die Telekom, vor ihrem US-Börsengang in Jahr 2000 keine Angaben über ihre bereits fortgeschrittenen Übernahmepläne für den Mobilfunkanbieter Voicestream gemacht zu haben (Computerwoche online berichtete). Mit dem anschließenden Kauf war der Schuldenberg in beträchtlicher Höhe angestiegen, dies hatte letztendlich ein Absacken des Börsenkurses zur Folge. Der stellvertretende Kläger, die New Yorker Anwaltskanzlei Milberg Weiss, fordert außerdem Schadensersatz, weil der Bonner Konzern den Wert seiner Immobilien zu hoch angesetzt hatte.

Bei Erfolg droht der Telekom im schlimmsten Fall eine Entschädigungszahlung in Milliardenhöhe. Experten rechnen allerdings damit, dass es zu einem Vergleich kommt. Die mit 64 Milliarden Euro verschuldete Telekom hatte rund 45 Millionen American Depositary Receipts (ADR) in den Staaten ausgegeben. An der Klage beteiligen können sich allerdings nur US-Anleger, die zwischen Mitte Juni 2000 und Anfang Februar 2001 diese aktienähnlichen Anteile kauften. (mb)