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US-Analyst wittert AMD-Übernahme durch Nvidia

16.02.2008
Von pte pte
Der Halbleiterproduzent AMD sieht sich einmal mehr mit Übernahmegerüchten konfrontiert. Da der Chiphersteller bereits seit längerem mit Problemen kämpft, spekulieren Börsenkenner mit einer Übernahme. Als aktuell heißester Kandidat gilt laut Doug Freedman, Analyst bei American Technology Research http://amtechresearch.com , der Grafikartenhersteller Nvidia. Laut dem Analysten hätte der Grafikspezialist mit dem AMD-Kauf äußerst gute Chancen mit Branchenriesen Intel zu konkurrieren. "Vorstellbar ist das natürlich, allerdings sollte man bedenken, dass derartige Supermerger in der Vergangenheit so gut wie nie funktioniert haben", sagt Hans Leitner, Technologiefonds-Manager bei der Erste-Sparinvest (ESPA) http://at.sparinvest.com , gegenüber pressetext.

Dass AMD als übernahmereif gewertet wird, ist in den Turbulenzen in der vergangenen Zeit begründet. So musste das Unternehmen Sonderabschreibungen durchführen, dazu kommen hausgemachte Probleme im CPU-Bereich. Die Einführung des Quad-Core-Prozessors Barcelona ist nicht wie geplant über die Bühne gegangen. Zudem hat AMD sowohl mit der Leistung seiner Chips als auch mit Terminen zu kämpfen. Allerdings gehen Branchenkenner davon aus, dass AMD dies in den Griff bekommen wird. "Ich glaube nicht, dass AMD insgesamt schlechter da steht als der Rest der Branche. Das größte Problem liegt im Silizium und das betrifft die gesamte Branche", gibt Leitner zu bedenken.

Für Nvidia würde die Übernahme eine Marktpositionsverbesserung bedeuten, meint Freedman, zumal sich AMD mit ATI bereits einen Grafikspezialisten einverleibt hat und an einem Kombi-Prozessor bastelt (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=080128038 ). Intel hat ebenfalls angekündigt, GPU und CPU in einem Prozessor zu vereinen. Bei all den kolportieren Vorteilen für Nvidia spricht jedoch auch einiges gegen die Akquisition, so etwa, dass die Lizenz für x86-Prozessoren, die AMD von Intel erhalten hat, möglicherweise nicht auf den Käufer übertragbar wäre. Somit würde AMD beim Kauf deutlich an Wert verlieren. Einem derart neu aufgestellten Unternehmen wäre es dann nicht möglich, Intel-Technologie zu verwenden und x86-Prozessoren zu bauen. Eine weitere Hürde dürften die Kartellbehörden darstellen. Es ist davon auszugehen, dass die Verschmelzung zweier großer Grafikartenhersteller einige Diskussionen auslösen wird. (pte)