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US-amerikanische und europäische Firmen sehen kaum Nutzen im Outsourcing

29.10.2004
MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach einer Untersuchung von PricewaterhouseCoopers (PwC) haben US-amerikanische und europäische Unternehmen beim Outsourcing von finanztechnischen Betriebswirtschaftstätigkeiten kaum Kosteneinsparungen erzielen können.

PwC hatte im Laufe des dritten Quartals 2004 127 Finanzvorstände und Direktoren europäischer Firmen sowie 151 Kollegen aus dem US-amerikanischen Raum über ihre Erfahrungen bezüglich der Auslagerung von Teilen des Rechnungswesens oder der kompletten finanztechnischen Verwaltung befragt.

Danach haben 44 Prozent aller Unternehmen nur moderate Kosteneinsparungen durch diese Art des Outsourcing erzielen können. 31 Prozent sehen in der Auslagerung des Abrechnungswesens oder Teilen hiervon nur begrenzte oder gar sehr wenige Vorteile. Bei neun Prozent der Unternehmen ergaben sich durch Outsourcing im wesentlichen keine Veränderungen in der Kostenstruktur. Vier von Hundert Firmen haben durch die Fremdvergabe von Finanzverwaltungsaufgaben sogar zusätzliche Ausgaben gehabt. Lediglich drei Prozent der Befragten sagten, sie hätten durch das Outsourcing erheblich an Kosten gespart.

77 Prozent der US-Firmen und 72 Prozent der europäischen haben innerhalb der vergangenen zwei Jahre einige dieser Tätigkeiten an Fremdfirmen vergeben.

Trotz dieser eher ernüchternden Ergebnisse interessiert sich eine breite Mehrheit der Unternehmen auch weiterhin für das Outsourcing von finanztechnischen Tätigkeiten. Drei Viertel aller US- und europäischen Firmen wollen auch in den kommenden zwei Jahren solche Aufgaben an Dritte vergeben. Nach den Ergebnissen der PwC-Studie planen 29 Prozent der Firmen sogar, ihre Outsourcing-Aktivitäten zu erweitern.

Diesen offensichtlichen Widerspruch zwischen Erfahrungen einerseits und Hoffnungen auf die Zukunft andererseits erklären die PwC-Analysten mit der schlechten Vorbereitung vieler Firmen auf Outsourcing-Vorhaben. Sie versuchten im Vorfeld nur selten, eindeutige Berechnungen zu den Potenzialen solcher Auslagerungen anzustellen. Viele Unternehmen würden Outsourcing-Deals eingehen, ohne sich vorher das Preis-Leistungs-Verhältnis durchzurechnen. (jm)