Windows Server 2016

Updates auf dem Nano Server installieren

Thomas Rieske arbeitet seit Oktober 2002 als freiberuflicher IT-Fachjournalist und Autor. Zu den Themenschwerpunkten des Diplom-Übersetzers zählen unter anderem Computersicherheit, Office-Anwendungen und Telekommunikation.
Der Nano Server ist ein sogenanntes Headless System, das dem Nutzer keine Möglichkeit bietet, sich lokal anzumelden. Ebenso fehlt eine grafische Bedienoberfläche. Trotzdem muss man natürlich Verwaltungsaufgaben durchführen. Eine der wichtigsten: das Einspielen von Aktualisierungen.

Nano Server per Power Shell und Remote-Sitzung steuern

Die Administration des Nano Servers erfolgt über eine Remote-Sitzung. Dazu brauchen Sie keine separate Software zu installieren, sondern können die ohnehin unter Windows verfügbare PowerShell verwenden. Diese Kommandozentrale starten Sie als Administrator. Dann nehmen Sie den Nano Server, der in unserem Beispiel die IP-Adresse 192.168.178.29 trägt, in die Liste Ihrer vertrauenswürdigen Hosts auf:

Set-Item WSMan:\localhost\Client\TrustedHosts "192.168.178.29"

Sollte der erforderliche Dienst auf Ihrem PC nicht gestartet sein, erhalten Sie eine Fehlermeldung, die sich mit

Start-Service WinRM

schnell abstellen lässt.

Geben Sie jetzt folgende drei Zeilen ein (wobei Sie natürlich die Beispiel-IP durch die von Ihnen verwendete Adresse ersetzen müssen):

$ip = "192.168.178.29"

$user = "$ip\Administrator"

Enter-PSSession -ComputerName $ip -Credential $user

Damit legen Sie zunächst zwei Variablen fest, was Tipparbeit spart, wenn Sie die Angaben später erneut benötigen, etwa in einem umfangreicheren Skript. $ip enthält die IP-Adresse des Nano Servers. Dieser lässt sich zwar auch mit seinem Host-Namen ansprechen, die IP empfiehlt sich aber, um etwaigen Problemen bei der Namensauflösung vorzubeugen. In $user ist der auf dem Zielsystem standardmäßig angelegte Benutzer Administrator gespeichert.

Mit der letzten Zeile schließlich startet die Remote-Sitzung, Sie müssen lediglich noch das Administrator-Passwort, das Sie beim Einrichten des Servers festgelegt haben, eingeben. Zum späteren Beenden der Remote-Sitzung dient übrigens der Befehl Exit-PSSession.

Nano-Server-Updates abfragen und ablegen

Nun da die Verbindung erfolgreich aufgebaut ist, lassen sich die verfügbaren Updates abfragen und zum Beispiel in der Variable $scanResults ablegen:

$sess = New-CimInstance -Namespace root/Microsoft/Windows/WindowsUpdate -ClassName MSFT_WUOperationsSession

$scanResults = Invoke-CimMethod -InputObject $sess -MethodName ScanForUpdates -Arguments @{SearchCriteria="IsInstalled=0";OnlineScan=$true}

Nano-Server-Updates installieren

Um alle bereitstehenden Aktualisierungen zu installieren, geben Sie den folgenden Befehl ein:

Invoke-CimMethod -InputObject $sess -MethodName ApplyApplicableUpdates

War die Installation erfolgreich, steht anschließend in der Befehlsausgabe in der Spalte ReturnValue der Wert 0. Damit die Updates auch angewendet werden, müssen Sie zum Schluss den Nano Server neu starten, was Sie ebenfalls in der PowerShell mit dem einfachen Befehl

Restart-Computer

durchführen können.

Nano-Server-Updates automatisieren

Der momentan einzige Weg, um die Update-Prozedur zu automatisieren, führt über die Erstellung eines eigenen PowerShell-Skripts, das die oben dargestellten Befehle enthält und das Sie zeitgesteuert, etwa über die Windows-Aufgabenplanung, ausführen. (hal)