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Update: Telekom und Premiere schließen Allianz

31.03.2006
Kooperation umfasst neben Bundesliga-Rechten auch exklusive Premiere-Inhalte.

Im Rahmen der umfassenden Zusammenarbeit werde der Bezahlsender Premiere für die Deutsche Telekom das geplante Bundesliga-TV-Angebot produzieren, berichtet die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf vertraute Kreise. Im Gegenzug könne Premiere das Fußballprogramm der Telekom seinen Kunden zugänglich machen.

Europas größter Telefonkonzern hatte im Dezember den Zuschlag für die Internet-Übertragungsrechte der Bundesliga erhalten. Der Pay-TV-Anbieter Premiere, der das für die Verarbeitung notwendige Know-how besitzt, war dagegen bei der Vergabe der Übertragungsrechte für die kommenden drei Spielzeiten leer ausgegangen.

Vom Tisch sei hingegen eine direkte Beteiligung der Telekom an Premiere, meldet die "FTD" weiter. Die Kollegen vom "Handelsblatt" berichten dagegen, Premiere-Chef Georg Kofler verhandle mit dem TK-Riesen weiter über eine Minderheitsbeteiligung.

Angesichts der geplanten umfassenden Kooperation erscheint eine engere Verflechtung der beiden Unternehmen plausibel: So will die Telekom Premieres Portfolio von Spielfilmen, Dokumentationen und Erotik nutzen, um Kunden in ihr geplantes neues VDSL-Netz zu locken. Das schnelle Glasfasernetz könnte im Gegenzug von Premiere als alternativer Kanal für seine Inhalte genutzt werden.

Der geplante Schachzug würde vor allem die Kabelnetzbetreiber und dort insbesondere Unity Media unter Druck setzen. Dessen Tochter Arena hatte Premiere bei der Vergabe der Rechte an Fußball-Bundesligaübertragungen ausgestochen. Die Kabelfirmen sind auch der Telekom ein Dorn im Auge, weil sie - ähnlich wie der Bonner TK-Konzern - TV-, Internet- und Telefondienste aus einer Hand anbieten wollen. (mb)