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Update: NEC muss Bilanzen für die Jahre seit 2002 umschreiben

24.03.2006
NEC muss seine Geschäftszahlen seit dem Jahr 2002 revidieren. Grund für die unangenehme Prozedur sind falsche Finanzangaben eines Mitarbeiter in der japanischen Niederlassung der NEC Engineering Ltd. (Nece), die eine Differenz in den Ergebnissen von insgesamt 311 Millionen Dollar ergaben.

NEC gab in einer Information an die US-Börsenaufsicht Securities Exchange Commission (SEC) bekannt, dass man die falschen Ergebnisangaben im Dezember 2005 entdeckt und sofort eine Untersuchung eingeleitet habe.

Die falschen Angaben resultierten aus fiktiven Transaktionen, die im März 2002 begannen und sich bis Dezember 2005 fortsetzten. NEC machte einen nicht näher bezeichneten Angestellten für die Falschangaben verantwortlich. Dieser Mitarbeiter habe "gesetzeswidrig gehandelt, Dokumente gefälscht und zudem einen nicht geringen Geldbetrag im Zusammenhang mit den Transaktionen unterschlagen". NEC werde gegen diesen Angestellten alle rechtlich möglichen Schritte unternehmen.

Für NEC kommen die Enthüllungen zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Mitte Januar war der Skandal um die japanische Dotcom-Firma Livedoor ruchbar geworden. Im Zuge dessen hatte die Tokioter Polizei den 33-jährigen Livedoor-CEO Takafumi Horie sowie drei weitere Topmanager, darunter Finanzchef Ryoji Miyauchi, wegen Verdachts der Verbreitung falscher Finanzinformationen festgenommen. Ihnen wird Kursmanipulation und Bilanzfälschung vorgeworfen.

Nece stellt Communications- und Elektronikgerätschaft her. NEC gab an, dass sein Tochterunternehmen in den vergangenen Jahren die Wirtschaftszahlen nicht in allen Details bekannt gegeben habe. So seien die fehlerhaften Angaben zu erklären. Nece wird neue Kontrollen einführen und seine Mitarbeiter schulen, um solche Vorkommnisse in Zukunft zu verhindern, meldete NEC weiter. (jm)