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Update: Commerzbank sagt IBM-Outsourcing ab

27.11.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Commerzbank wird ihre IT in der geplanten Form weder an IBM noch an einen anderen Anbieter auslagern. Das hat der Vorstand nach neuesten Informationen der COMPUTERWOCHE vorgestern entschieden. Die rund 400 betroffenen IT-Mitarbeiter erfuhren davon am Mittwochnachmittag in einer E-Mail. Gründe wurden nicht genannt. Angeblich haben sich die Verhandlungspartner nicht auf finanzielle Details einigen können, hieß es aus einer unternehmensnahen Quelle. Der Commerzbank-Vorstand habe sich von den versprochenen Einsparmöglichkeiten enttäuscht gezeigt. Eine andere Quelle berichtete, die IBM habe die Konditionen erheblich zu ihren Gunsten ändern wollen.

Verhandelt wurde über die Auslagerung der gesamten IT im Unternehmensbereich Investment Banking. Zur Disposition standen sowohl RZ-Betrieb und Helpdesk als auch die Anwendungsentwicklung. Denkbar ist nun, dass die interne IT-Abteilung eigene Verbesserungsvorschläge erarbeitet und umsetzt, um aus eigener Kraft die IT-Ausgaben zu senken. Nach wie vor kann es zwar zur Auslagerung von Teilbereichen der IT kommen, das Komplett-Outsourcing scheint aber zunächst einmal vom Tisch.

Die Kehrtwende des Commerzbank kommt überraschend. Noch am Mittwoch war in Zeitungsberichten gemeldet worden, dass IBM beim Bundeskartellamt die Übernahme der IT-Sparte der Commerzbank angemeldet hatte. Der Betriebsübergang war dem Vernehmen nach zum 1. Februar 2004 geplant. Demnach hätten die Verhandlungen mit Mitarbeitern, die zu IBM wechseln sollten, bereits in den nächsten Tagen starten müssen. Ursprünglich wollte der Vorstand Insiderinformationen zufolge bereits vor drei Wochen über das Outsourcing-Vorhaben befinden. Aus unbekannten Gründen war die Entscheidung auf Dienstag dieser Woche vertagt worden. (jha)