Neue Desktop-Optionen

Update auf Windows 7 ist nicht genug

Wolfgang Sommergut ist Betreiber der Online-Publikation WindowsPro.
Wenn Unternehmen in den nächsten Jahren ihre betagten XP-Systeme erneuern, dann ist dies ein Anlass, ihre Desktop-Strategie zu überdenken. Das herkömmliche Modell des Arbeitsplatz-PCs wird nicht mehr allen Anforderungen genügen.

Windows 7 trifft auf einen Markt für Desktop-Betriebssysteme, in dem die Vorgängerversion "Vista" weniger als 20 Prozent Anteil hat. Das 2001 eingeführte XP hingegen ist mit über 70 Prozent das nach wie vor klar dominierende System. Wie schon bei Vista wird der Veteran auch für Windows 7 zum stärksten Widersacher. Allerdings sind seit dem Vista-Start drei Jahre vergangen, so dass XP allmählich das Ende seines Lebenszyklus erreicht. Daher werden die wenigsten Unternehmen Windows 7 so wie Vista überspringen und auf das nächste Release warten.

Wie in der Vergangenheit werden eine Reihe von Faktoren dazu führen, dass Windows 7 quasi naturwüchsig XP von den meisten Arbeitsplätzen verdrängt: der schwierige Erwerb von XP-Lizenzen, der auslaufende Support des Herstellers, ein schwindendes Treiberangebot und abnehmende Benutzerakzeptanz.

Angesichts einer absehbaren Erosion der installierten XP-Basis liegt es auf den ersten Blick nahe, wie bei früheren Updates alle Arbeitsplätze auf Windows 7 umzustellen und das herkömmliche Modell mit der neuen Version weiterzufahren. Es zeichnet sich dadurch aus, dass das Betriebssystem auf die Client-Hardware aufgespielt, die meisten Anwendungen lokal installiert und häufig auch benutzerspezifische Einstellungen auf dem PC abgelegt werden.

Fat Client zu unflexibel

Gegen ein Fortschreiben dieses Ansatzes auf Basis von Windows 7 spricht, dass dieses immer weniger den Anforderungen einer sich schnell wandelnden Arbeitswelt genügt. Zu den immer häufigeren Nutzungsszenarien zählt etwa das Arbeiten von unterwegs, vom Home-Office oder die Kooperation mit externen Partnern, etwa beim Offshoring. Außerdem lassen sich im Zeichen von Enterprise 2.0 die Erwartungen gefragter Berufseinsteiger schwer mit einem starr vorgegebenen PC-Arbeitsplatz vereinbaren. Der künftige Desktop soll also nicht an ein Gerät gefesselt sein und in vielen Fällen auch ein Nebeneinander privat installierter Productivity-Tools mit Enterprise-Applikationen erlauben. Eine Reihe neuer technischer Entwicklungen eröffnen solche Optionen, dazu zählen vor allen die Desktop- und Anwendungsvirtualisierung.

Bitlocker To Go soll Datenverluste beim Einsatz von Wechseldatenträgern verhindern.
Bitlocker To Go soll Datenverluste beim Einsatz von Wechseldatenträgern verhindern.

Microsoft versucht in Windows 7 selbst einige Schwächen seines Betriebssystems beim mobilen Einsatz und bei der Anbindung von Außenstellen zu beseitigen. Die Editionen "Ultimate" und "Enterprise" bieten zusammen mit dem Windows Server 2008 R2 neue Funktionen, um die Datensicherheit zu erhöhen und die Perfomance zu verbessern: "Bitlocker ToGo" verschlüsselt Wechseldatenträger wie USB-Sticks, "DirectAccess" soll als Alternative zu VPNs den Zugang zum Firmennetz vereinfachen und "BrancheCache" den Zugriff via WAN von Niederlassungen auf zentrale Rechenzentren beschleunigen.