Kaum Spezial-Tools

Unzufrieden mit Steuerungs- und Planungssystemen

Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Eine aktuelle Barc-Studie zeigt einen Nachholbedarf bei Einsatz von Steuerungssystemen in der öffentlichen Verwaltung. Viele der Befragten sind unzufrieden mit den eingesetzten Werkzeugen.

Software-Lösungen für Steuerung und Planung werden bislang nur unzureichend genutzt. Das ist das Ergebnis der Studie „Steuerungs- und Planungssysteme in der öffentlichen Verwaltung" des Beratungshauses Barc (Business Application Research Center) im Auftrag von IBM unter mehr als 120 deutschen Behörden auf kommunaler, Länder- und Bundesebene.

Nur 37 Prozent sind zufrieden mit den aktuell genutzten Steuerungssystemen.
Nur 37 Prozent sind zufrieden mit den aktuell genutzten Steuerungssystemen.
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Während sich bei rund 80 Prozent der befragten Organisationen bereits Werkzeuge zur Steuerung und Planung im Einsatz befinden, zeigten sich lediglich 37 Prozent zufrieden mit den aktuell genutzten Systemen. Zudem sind laut Studie kennzahlenbasierte Systeme zur Unternehmenssteuerung - wie beispielsweise Dashboards und Balanced Scorecards - bislang noch Zukunftsthemen in der öffentlichen Verwaltung. Nur rund ein Fünftel der befragten Organisationen haben bereits Lösungen im Einsatz.

Öffentliche Einrichtungen auf kommunaler, Landes- und Bundesebene sehen sich zahlreichen Herausforderungen gegenüber. Staatliche Verschuldungen machen Kosteneinsparungen unumgänglich. Dadurch wächst der Druck, teure, ineffiziente Abläufe abzuschaffen, Informationsprozesse zu verbessern sowie die Produktivität zu erhöhen. Gleichzeitig steigen, unter anderem durch Vorgaben aus der EU, die Anforderungen in Sachen Transparenz, etwa in den Bereichen Steuerverwendung, Ressourcenverbrauch oder Haushaltsausgleich. Hinzu kommt die gesetzlich verankerte Umstellung der kameralen auf eine doppische Buchführung, die den Bedarf an unterstützenden Softwarelösungen für Steuerung und Planung weiter steigert.

Nahezu 80 Prozent der befragten Organisationen nutzen bereits heute Softwarewerkzeuge für Steuerungs- und Planungszwecke, vor allem für die Bereiche Haushalt, Controlling und Personalwesen. Über die Hälfte der befragten öffentlichen Einrichtungen (53 Prozent) nutzen spezielle Softwarelösungen zur Steuerung und Planung. Mehr als ein Viertel (28 Prozent) arbeitet momentan mit Microsoft Excel. Weitere elf Prozent planen aktuell die Anschaffung eines Werkzeugs und befassen sich daher bereits intensiv mit der Thematik.