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Untersuchung der US-Börsenaufsicht zieht Enterasys-Aktie in die Tiefe

05.02.2002
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Aktienkurs der Cabletron-Tochter Enterasys Networks fiel gestern um mehr als 61 Prozent, nachdem der Hersteller von Netzwerk-Equipment ankündigte, dass sich die Bekanntgabe der Ergebnisse für das abgelaufene vierte Quartal verzögern werde. Als Grund nannte das Unternehmen eine Untersuchung der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) sowie Probleme mit der Zuweisung eines Vertrags seiner Asien-Pazifik-Gruppe im Sommer vergangenen Jahres. Enterasys erklärte, man habe erst am 31. Januar entdeckt, dass die dazugehörigen Einnahmen in Höhe von vier Millionen Dollar nach US-GAAP nicht gewertet werden dürften und werde diese Angelegenheit nun untersuchen. Unabhängig davon hatte das Unternehmen von den Ermittlungen der SEC erfahren. Laut CEO Henry Fiallo wisse man noch sehr wenig über deren Umfang, es werde jedoch vermutet, dass die Enterasys-Tochter Aprisma

Management Technologies Gegenstand der Untersuchungen sei. Man werde die geplante Ausgliederung des Softwareherstellers daher zunächst verschieben.

Nach der Bekanntgabe änderten Analysten am Montag ihre Bewertungen für die Enterasys-Aktie von "Kaufen" auf "Halten", daraufhin fiel der Kurs des am New York Stock Exchange gehandelten Papiers um rund 36 Prozent von 6,60 auf 4,20 Dollar. Auch die Cabletron-Tochter Riverstone Networks wurde in Mitleidenschaft gezogen, obwohl Enterasys noch am Samstag erklärte, es gäbe keine Informationen darüber, dass auch die unabhängige Schwester Teil der Untersuchungen der Börsenaufsicht sei: Der Wert der Nasdaq-Aktie sank um über elf Prozent auf 13,99 Dollar. (mb)