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Unterschiedliche Ergebnisse der IT-Dienstleister erwartet

08.10.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Trotz schwieriger Rahmenbedingungen ist es einigen Anbietern von IT-Services im abgelaufenen dritten Quartal gelungen, Profit und Umsatz im Vergleich zum Vorjahr zu steigern. Andere IT-Dienstleister litten dagegen unter der Investitionszurückhaltung der Unternehmenskunden: Die größte Enttäuschung in den vergangenen Wochen erlebten die Anleger von Electronic Data Systems (EDS): Die texanische Service-Company warnte davor, dass Umsatz und Ergebnis im dritten Quartal geringer ausfalle als prognostiziert. Das Unternehmen erwartet nun nur noch 58 bis 74 Millionen Dollar Gewinn - deutlich weniger als die bisher prognostizierten 374 Millionen Dollar. Im Berichtszeitraum des Vorjahres hatte EDS einen Profit von 212 Millionen Dollar erwirtschaftet. Auch die Einnahmen würden gegenüber den 5,56 Milliarden Dollar des Vorjahresquartal nicht um vier bis sechs Prozent steigen, sondern stattdessen um zwei bis

fünf Prozent sinken (Computerwoche online berichtete).

Andere Serviceanbieter schlugen sich im abgelaufenen dritten Quartal besser, obwohl auch sie unter den veränderten Marktbedingungen zu leiden hatten. So rechnen Analysten damit, dass IBMs Dienstleistungssparte Global Services ihren operativen Gewinn im Vergleich zum Vorjahr erhöht, die Umsätze jedoch etwas zurückgehen. John Jones von der Soundview Technology Group schätzt, dass die Einnahmen des Branchenprimus von 8,68 Milliarden auf 8,6 Milliarden Dollar sinken werden. Dabei sollen die Outsourcing-Erlöse etwas ansteigen, während die Umsätze im Beratungsgeschäft ähnlich wie in den vorangegangenen Quartalen leicht rückläufig sind. Aufgrund von Kostensenkungsmaßnahmen wird das Pro-forma-Ergebnis vor Steuern jedoch um etwa 30 Millionen auf 1,4 Milliarden Dollar steigen, vermutet Jones. Die Armonker hatten im zweiten Quartal rund fünf Prozent ihrer Stellen gestrichen, viele davon bei

Global Services. Klarheit gibt es am 16. Oktober, wenn IBM seine Ergebnisse bekannt gibt.

Eine ähnliche Situation erwarten die Finanzexperten bei Accenture. Andrew Steinerman, Staranalyst des US-Bankhauses Bear Stearns, prognostiziert, dass das Beratungsunternehmen am Donnerstag für sein viertes Geschäftsquartal (Ende: 31. August) einen Pro-forma-Profit von 16 Cent pro Aktie bekannt geben wird. Im Vorjahreszeitraum hatte Accenture ein operatives Plus von zwölf Cent je Anteil geschrieben. Die Einnahmen werden dagegen von 2,78 Milliarden auf 2,7 Milliarden Dollar zurückgehen, vermutet Steinerman.

Auch bei CSC scheint sich der Turnaround fortzusetzen, nachdem der IT-Dienstleister im vergangenen Jahr umstrukturiert hatte: Moshe Katri von der US-Investmentbank SG Cowen schätzt, dass die Kalifornier im zweiten Geschäftsquartal (Ende: 30. September) einen operativen Gewinn von 55 Cent je Aktie erzielt haben. Im Vorjahreszeitraum lag das Pro-forma-Plus lediglich bei 40 Cent pro Anteilschein. Der Umsatz soll von 2,77 Milliarden auf 2,78 Milliarden Dollar wachsen. Als Grund für den leichten Zuwachs sieht Katri den Umstand, dass CSC mehr als ein Viertel der Einnahmen in einem relativ gesunden Markt, nämlich durch Outsorcing-Verträge mit Behörden generiert.

Die derzeitige Flaute im Beratungsgeschäft bekommt dagegen die in Bearingpoint umbenannte KPMG Consulting zu spüren: Bear-Stearns-Analyst Steinerman erwartet, dass der Pro-forma-Gewinn im ersten Geschäftsquartal (Ende: 30. September) gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 14 auf neun Cent pro Aktie einbrechen wird. Der Bruttoumsatz soll jedoch von 609 Millionen auf 706 Millionen Dollar klettern. Grund dafür seien zahlreiche Akquisitionen. Ohne diese würden die Einnahmen auf zirka 571 Millionen Dollar sinken, schätzt Steinerman. Bearing Point gibt die Zahlen für das abgelaufene Quartal Ende Oktober bekannt. (mb)