Hochschulkontaktmessen

Unternehmer treffen Absolventen

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Die Wirtschaft wirbt wieder um den IT- und Ingenieursnachwuchs. Karrieremessen erleichtern das gegenseitige Kennenlernen.
Rund 50 Arbeitgeber präsentierten sich in der Informatikfakultät in München-Garching den etwa 1.000 Studenten. Letztere suchen oft nur Praktikumsstellen, doch manchen öffnet sich schon die Tür zur großen Karriere.
Rund 50 Arbeitgeber präsentierten sich in der Informatikfakultät in München-Garching den etwa 1.000 Studenten. Letztere suchen oft nur Praktikumsstellen, doch manchen öffnet sich schon die Tür zur großen Karriere.

Es scheint was dran zu sein am Fachkräftemangel, zumindest wenn man den Boom der Karrieremessen beobachtet. Auf diesen Veranstaltungen können sich Studenten und künftige Arbeitgeber gegenseitig kennenlernen. Vorteile versprechen sich neben Studenten und Unternehmen auch die Universitäten selbst. Sie sehen sich als Vermittler zwischen Ausbildung und Beruf.

Dass aufgrund der verstärkten Suche nach hochkarätigen Ingenieuren und Hightech-Profis Karriereveranstaltungen verstärkt frequentiert werden, bestätigt Walter Bernat vom Verein für Hochschulkontakte e.V. (VHK), der seit 13 Jahren IT-Veranstaltungen betreut. Auf dem letzten VHK-Karriereforum an der TU München warteten rund 50 Unternehmen auf künftige IT-Profis und Ingenieure, die aus ganz Bayern anreisten. Dass die Studenten mit insgesamt 13 Bussen kostenlos zur Messe chauffiert wurden, hat sich nach Bernats Meinung gelohnt. Knapp tausend Jungakademiker tummelten sich auf der Messe. Laut Bernat waren allerdings nicht alle Teilnehmer auf Jobsuche, viele interessierten sich für ein Praktikum oder wollten sich einen Überblick über die IT-Szene verschaffen. "Nach der Veranstaltung gaben rund 200 Studenten ihren Bewerbungsbogen bei uns ab, der in Kopie an alle Firmen verteilt wurde", erklärt der Bildungsprofi. Dazu seien noch viele Einzelgespräche gekommen.

Manfred Broy, Informatikprofessor an der TU München und Schirmherr der Veranstaltung
Manfred Broy, Informatikprofessor an der TU München und Schirmherr der Veranstaltung
Foto: Verisoft

Über den Erfolg solcher Messen freut sich Manfred Broy, Informatikprofessor an der TU München und Schirmherr der Veranstaltung: "Dass wir aus Platzgründen an der TU an unsere Grenzen gestoßen sind, zeigt das große Interesse der Firmen." Nach Broys Meinung sind sowohl die mittleren als auch die großen Unternehmen vom Mangel an hochkarätigen IT-Experten betroffen. Kein Wunder also, dass in Garching neben den vielen kleineren Firmen auch große wie die BMW-Group oder Consulting-Firmen wie Accenture zu finden waren.

Die Veranstaltung empfand Broy auch in diesem Jahr überaus informativ. So seien nach seinem Vortrag "Welche Rolle spielt Software in der Automobilindustrie?" Studenten und Unternehmensvertreter zu ihm gekommen, um sich weitere Informationen zu holen. "Was kann einem Studenten Besseres passieren, als sich persönlich von Firmenvertretern über Jobs, Praktika oder Werkverträge aufklären zu lassen", fragt sich Broy.

Das große Interesse der Universität wiederum begründet der Informatikprofessor mit ihrer Rolle als Dienstleister und Vermittler: "Die Verantwortung der Universitäten für die Absolventen hört nicht nach Beendigung des Studiums auf." Je mehr Informatiker und Ingenieure gute Positionen in Unternehmen finden, desto größer sei das Interesse der nachfolgenden Generation an der Hightech-Welt.