Digitale Beratungslösungen

Unternehmensberatung als Produkt

Eva Manger-Wiemann wirkt seit 15 Jahren in der Cardea AG als Managing Partner. Als Expertin für Meta-Consulting unterstützt Manger-Wiemann Unternehmen in der Auswahl von Beratern. Dadurch fühlt sie stets den Puls des Beratungsmarkts. Ihre Artikel behandeln denn auch aktuelle Trends, die Kundenunternehmen und Beratungshäuser gleichermassen beschäftigen.

Das klassische Beratungsmodell wird durch Beratungsprodukte ergänzt. Die Kunden profitieren von höherer Effizienz, die Unternehmensberatungen erweitern ihre Dienstleistungspalette.

Beratungsunternehmen werden in vielen Fällen angeheuert, um ihren Kunden Wissen einzutrichtern. Das Ablaufdatum dieses Geschäftsmodells in Reinform rückt näher. Der Grund ist simpel: Grenzenloser digitaler Zugang zu Wissen führt dazu, dass vormals exklusives Beraterwissen heute bei den Kundenunternehmen weit verbreitet ist.

In einzelne "Wissensbündel" verpackte Beratungslösungen.
In einzelne "Wissensbündel" verpackte Beratungslösungen.
Foto: Andresr-shutterstock.com

Um den Wissensvorsprung gegenüber ihren Kunden zu behalten, müssen Beratungsunternehmen ihre Rolle des Vordenkers verstärken und zukunftsorientierte Problemlösungen gestalten. Das Beratungshaus der Zukunft bietet zusätzlich zum klassischen Geschäft eine breite Produktpalette an. Das Wissen der Mitarbeiter wird nicht mehr nur in Stunden verrechnet, sondern auch in standardisierte Softwareprodukte verpackt und in dieser Form an den Kunden gebracht.

Digitalisierte Berater: Die Folgen

Die Verpackung des Beraterwissens in kompakte Wissensbündel hat zwei grundlegende Änderungen zur Folge. Auf Kundenseite befähigen die Beraterprodukte den Kunden zur selbständigen Lösung von Herausforderungen. Insbesondere bei der Analyse von Daten. Diese Entwicklungen kommen zum Beispiel in der Gewinnung von Customer Insights in der Analysephase eines Projekts oder der Automation von Prozessen zum Tragen. Dadurch kann der Kunde Herausforderungen schneller und kostengünstiger lösen.

Auf Beraterseite befreien sich die Unternehmen von der Abhängigkeit einzelner Individuen und bieten den Kunden vielfältigere Lösungen mit unterschiedlichen Preisstrukturen an. Diese Änderung ist als eine Erweiterung der Dienstleistungspalette zu sehen, nicht als Ersatz der altgedienten Beratung.

Es wird jedoch nicht allen Unternehmensberatungen in gleichem Masse gelingen, innovative, technologie-basierte Lösungen zu entwickeln. Mittelgrosse Anbieter profitieren von ihrer Flexibilität und ihrem Nischenwissen, riesige Beratungshäuser von ihrem größeren Pool an Ressourcen. (bw/fm)

 

microfin

Es stimmt: Viel ehemals exklusives Beraterwissen ist
heute im Netz verfügbar. Nur kann ein Nicht-Experte damit wenig anfangen. Das
ist genau so unsicher wie der Versuch, selbst eine medizinische Diagnose via
Google zu stellen. In unserem Spezialgebiet Outsourcing führt das oft dazu,
dass gerade Mittelständler vermeidbare und potenziell teure Fehler bei
Ausschreibungen, Leistungsbeschreibungen oder Verträgen machen. Deshalb
haben wir uns entschieden, dafür Musterdokumente als Produkt zum Festpreis
anzubieten. Genau wie die Autorin sehen wir das nicht als Ersatz für
Beratungsleistungen, sondern als sinnvolle Ergänzung für Unternehmen, für die
klassische Beratung nicht in Frage kommt.
Stefan Wendt, microfin
Unternehmensberatung

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