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Unternehmen unterschätzen Gefahren durch Computer-Kriminalität

28.08.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Gefahren, die von kriminellen Handlungen mittels Informationstechnologien, also von so genanntem Cybercrime, ausgehen, werden unterschätzt, haben die Wirtschaftsprüfer von Pricewaterhouse Coopers (PWC) in einer Umfrage unter rund 3600 Unternehmen weltweit festgestellt. 39 Prozent aller deutschen Unternehmen sind in den vergangenen zwei Jahren Opfer wirtschaftskrimineller Handlungen geworden. Zwölf Prozent der Delikte wurden mittels Computertechnik ausgeführt, heißt es in der Studie "Wirtschaftskriminalität 2003". Dabei habe im Durchschnitt jedes betroffene Unternehmen Schäden von 700.000 Euro erlitten.

Laut Karl-Heinz Maul, Leiter der Abteilung Dispute Analysis & Investigations bei PWC, sehen jedoch nur sechs Prozent der Unternehmen Cybercrime als Bedrohung an. Zwar sei die Wirtschaftskriminalität allgemein seit 2001 in Deutschland um acht Prozent zurückgegangen, liege aber im westeuropäischen Vergleich auf einem hohen Niveau. Fast ein Drittel aller Delikte wird nur per Zufall entdeckt, weitere 27 Prozent aufgrund gezielter Hinweise.

Knapp die Hälfte der Befragten erwartet, in den kommenden fünf Jahren von Wirtschaftskriminalität betroffen zu sein. Dennoch haben nur 34 Prozent eine Vertrauensschadenversicherung abgeschlossen. 71 Prozent glauben, ihre eigenen Schutzmaßnahmen verbessert zu haben.

Das häufigste Delikt ist die Veruntreuung von Vermögen (39 Prozent). Cybercrime folgt bereits auf dem zweiten Platz (zwölf Prozent). Auf Rang drei mit acht Prozent rangiert Produktpiraterie. Korruption und Falschbilanzierung liegen mit sechs Prozent auf dem vierten Platz. (lex)