Kandidaten kehren den Spieß um

Unternehmen müssen sich in sozialen Netzen bewerben

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Weil es nicht ganz einfach ist, gute Mitarbeiter zu finden, sollten sich Unternehmen verstärkt in sozialen Netzen engagieren, empfiehlt die Personalexpertin Sylvia Tarves.

Tarves nennt zur Begründung auch gleich drei Zahlen. Zum einen verweist sie auf Studien, nach denen 40 Prozent der Unternehmen ihre Stellen schwer oder erst gar nicht besetzen können, was sie so interpretiert, dass der "war for talents" weiter aktuell bleibe. Zum anderen zitiert sie Untersuchungen, wonach Firmen bis zu 50 Prozent ihrer Vakanzen über soziale Netzwerke besetzen. Immerhin 53 Prozent der deutschen Arbeitgeber wollen in diesem Jahr ihre Investitionen für Social Media Recruitment steigern.

"Angesichts der aktuellen Wirtschaftslage prüfen die Talente auf dem Arbeitsmarkt genau, zu welchem Unternehmen sie wechseln", argumentiert Tarrves "Sie holen sich Meinungen über das Image einer Firma, über Entwicklungen, Werte und vor allem den Umgang mit Mitarbeitern ein."

Das Internet biete dem Kandidaten in Netzwerken, Foren oder Blogs die Möglichkeit, sich genau über einen Betrieb zu informieren. "Unternehmen müssen sich in sozialen Netzwerken regelrecht bewerben, empfiehlt Tarves. Sie hat sich darauf spezialisiert, Unternehmen ins Zeitalter des Recruitments 2.0 zu führen. Dabei beobachtet sie, dass Kandidaten Wert darauf legen, ob Arbeitgeber zum Beispiel respektvoll mit ihren Mitarbeitern umgehen. Die Social-Media-Beraterin sieht das Internet als das Assessment-Center der Kandidaten, um zu erforschen, wie Arbeitgeber mit Mitarbeiter umgehen. (hk)