Salesforce World Tour

"Unternehmen müssen sich anpassen, sonst werden sie „Uber"-rollt“

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Laut Salesforce-Chef Marc Benioff laufen Unternehmen, die sich nicht bewegen, Gefahr, künftig irrelevant zu werden. Die Warnung gilt dabei nicht nur Kunden, sondern vermutlich auch dem Wettbewerber SAP.

Ähnlich wie etwa die Medizin der Zukunft personalisiert, vorausschauend und allgegenwärtig ist, stelle auch das "Precision Enterprise" die Zukunft der Unternehmen dar, verkündete Benioff in seiner Keynote auf der Salesforce World Tour in München vor über 7000 (registrierten) Besuchern. Dabei spiele es keine Rolle mehr, wo der Kontakt mit den Kunden stattfindet, sie es via App, Website oder im Laden. Der Weg gehe von den Systems of Record über die Systems of Engagement nun hin zu Systems of Intelligence.

Salesforce-CEO Marc Benioff beim "Abschreiten" seiner Keynote in München
Salesforce-CEO Marc Benioff beim "Abschreiten" seiner Keynote in München

Als gutes Beispiel dafür, wohin sich die Unternehmen entwickeln müssten, verwies der Salesforce-CEO auf Uber: Der Fahrdienst-Vermittler sei mit Hilfe der Cloud und Data Science vorausschauend und allgegenwärtig. Benioff warnte im gleichen Atemzug große, alteingesessene Konzerne davor, sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen: "Es gibt keinen Größenvorteil mehr, Unternehmen müssen sich bewegen und dem Wandel der Zeit anpassen, sonst werden sie "Uber-rollt."

Umfrage zu CRM in der Cloud

Als Fundament für solch ein "Precision Enterprise" sieht Benioff natürlich die 2014 vorgestellte "Customer Success Platform" mit verschiedenen Cloud-Lösungen für Vertrieb, Service, Marketing und natürlich Analyse. Die Salesforce Analytics Cloud auf Basis der Wave-Plattform - laut Salesforce ab Mitte Juli auch auf Deutsch verfügbar -soll laut Anbieter Datenanalysen für jeden Mitarbeiter mit jedem Endgerät, neue Einblicke und schnelle Entscheidungen ermöglichen.

Salesforce will über 1 Milliarde Dollar in Deutschland investieren

Bei seinem Weckruf hatte der Salesforce-CEO neben Kunden sicher auch den Erzrivalen SAP im Blick. So verkündete der von Benioff auf die Bühne geholte Joachim Schreiner, bei dem Cloud-Softwareanbieter verantwortlich für das Geschäft in Zentraleuropa, dass es sich Salesforce zum Ziel gesetzt habe, in fünf Jahren die größte Softwarefirma in Deutschland zu werden.

Um im Heimatland des Konkurrenten SAP mehr Umsätze zu erzielen, ist Salesforce bereit, tief in die Tasche zu greifen: Wie Benioff bekannt gab, will das aktuell sechstgrößte Softwareunternehmen der Welt in den nächsten fünf Jahren über eine Milliarde Dollar in Deutschland investieren.

In diesem Zusammenhang geht bereits im August 2015 das im Vorjahr angekündigte und gemeinsam mit T-Systems betriebene Rechenzentrum in Frankfurt live. Zuvor hatte die Company bereits im August 2014 ein Datacenter in Großbritannien in Betrieb genommen. Salesforce respektiere, dass es verschiedene Anforderungen von Kunden gibt, erklärte der Firmenchef auf der Veranstaltung in München - ohne auf die NSA-Problematik bei SaaS-/Cloud-Diensten aus den USA näher einzugehen.

Außerdem ist vorgesehen, die bestehenden Büros in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt und München zu erweitern, um die wachsende Kundenzahl in der DACH-Region besser betreuen zu können.

Nicht zu verachten ist auch der positive Effekt, den das Salesforce-Ökosystem aus Kunden, Partnern und Entwicklern in Deutschland bewirkt. So gehen die Marktforscher von IDC davon aus, dass die "Salesforce Economy" bis 2018 in Deutschland mehr als 2,9 Milliarden Euro zum Bruttoinlandsprodukt beitragen und 17.000 neue Jobs schaffen wird. Zusätzlich generiere jeder Euro, der von einem Kunden für Salesforce Lösungen in Deutschland ausgegeben wird, zwei Euro an Umsatz für Salesforce Partner wie Systemintegratoren, Berater, ISVs, OEMs und andere.