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OWM

Unternehmen gegen neues Preismodell für Werbung

09.12.2010
Der Vorstoß deutscher Verlagshäuser für eine neue Messung von Leserzahlen in der multimedialen Welt stößt auf Ablehnung bei den Werbungtreibenden.
Springer-Chef Döpfner ist für eine "Multimedia-Reichweite - die OWM plädiert für eine getrennte Ausweisung.
Springer-Chef Döpfner ist für eine "Multimedia-Reichweite - die OWM plädiert für eine getrennte Ausweisung.
Foto: Axel Springer

Angesichts sinkender Druckauflagen sei es zwar verständlich, wenn die Verlage zur Berechnung von Anzeigen auch die Online-Nutzer hinzuziehen wollten. Dabei würde man aber "Äpfel mit Birnen vergleichen", erklärte die Organisation Werbungtreibender im Markenverband (OWM) am Donnerstag in Berlin. Die rund 100 OWM- Mitgliedsunternehmen investieren nach eigenen Angaben jedes Jahr rund 7,5 Milliarden Euro und Kommunikation und Werbung.

Verschiedene Werbeträger können nicht einfach zusammengezählt werden. "Auflagen müssen auch künftig einzeln erfasst und ausgewiesen werden", erklärte der OWM-Vorsitzende Uwe Becker. Die Diskussion, ob Print-Auflagen und Online-Abos, zum Beispiel iPhone-Apps, vermischt werden können, sei irreführend.

Ein Vergleich zwischen Print und Online wäre nur dann möglich, wenn ein digitales Angebot als PDF-Dokument, also als 1:1-Abbild des Print-Produktes ohne zusätzliche Bearbeitung, ins Netz gestellt wird. Auflagen und Klickraten sollten aber stets getrennt ausgewiesen werden. Auflagezahlen gedruckter Medien und Reichweiten, also die Zahl der Leser eines Blattes oder eines Internet-Angebotes, dürften nicht vermischt werden.

Der Vorstandsvorsitze des Medienhauses Axel Springer ("Bild", "Die Welt"), Mathias Döpfner, hatte ein neues Verfahren zur Messung von Leserzahlen angeregt. "Uns interessiert die multimediale Reichweite einer Marke und ihrer Inhalte auf allen Plattformen. So muss man Journalismus heute betrachten", hatte Döpfner dem "Handelsblatt" Anfang November gesagt. In den USA würden künftig für die Werbekunden einheitliche Reichweiten für Onlinemedien und gedruckte Zeitungen ausgewiesen werden. Auch andere Verlagshäuser hatten eine neue Art der Berechnung gefordert. (dpa/tc)