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Untangle-Framework wird Open Source

26.06.2007
Das kalifornische Security-Start-up Untangle stellt sein Framework heute unter die Version 2 der GNU General Public License (GPL).

Untangle bietet ein quelloffenes Netz-Gateway an. Unter den 14 enthaltenen Applikationen sind bereits populäre Open-Source-Projekte wie SpamAssasin (Anti-Spam), Snort (Intrusion Detection) oder ClamAV (Antivirus, Anti-Phishing). Untangles eigenes Framework, das unter anderem für Netz-Management, Software-Updates, Sicherheitsrichtlinien (Policies) oder die Verarbeitung des Netz-Traffics zuständig ist, wird nun gleichfalls Open Source.

Untangle adressiert vor allem kleine und mittlere Anwender bis 250 Mitarbeiter und positioniert sein Produkt gegen Closed-Source-Anbieter wie SonicWALL, Barracuda Networks oder Watchguard, die ihre Lösungen allesamt in Appliance-Gestalt bereitstellen. Die Firma wurde im Jahr 2003 gegründet, hat ihren Sitz in San Mateo und beschäftigt 25 Mitarbeiter. Aus Sicht von CEO Bob Walters, seit 2006 im Amt, ist Open Source inzwischen wieder ein tragfähiges Geschäftsmodell – nicht nur für Kunden und Reseller-Partner, sondern auch für Wagniskapitalgeber, die eine Zeitlang nach dem Platz der Dotcom-Blase kalte Füße bekommen hätten. "Open Source ist durch einen nuklearen Winter gegangen", sagt Walters.

Untangle bietet seine Software wie viele andere Open-Source-Firmen zur Jahresmiete an. Ein durchschnittlicher Deal kommt laut Walter auf rund 3000 Dollar. Im Juni 2006 hatte seine Firma in einer ersten Finanzierungsrunde 10,5 Millionen Dollar von unter anderem CMEA Ventures und Rustic Canyon erhalten. Dieses Geld soll bis zum ersten Quartal 2008 reichen; Walters erwartet aber bereits im vierten Quartal 2007 den Abschluss einer weiteren Finanzierungsrunde über zwölf Millionen Dollar. (tc)