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"Unsere Liebesfähigkeit wird von den Eltern geprägt"

16.02.2008
Von pte pte
Psychocoach

"Es ist sehr oft erst der Leidensdruck, der dazu führt, dass etwas verändert werden muss", meint Winter, im pressetext-Interview. Der Punkt sei wichtig, denn er entscheide darüber, ob eine Beziehung weiter fortgeführt oder beendet werden sollte. "Es geht um einen Bewusstmachungsprozess - und vielfach bewirkt bereits dieser eine radikale Veränderung", so Winter, der meint, dass eine liebevolle Trennung nicht abzulehnen sei, wenn es an grundlegendem Verständnis mangelt. Gute Voraussetzungen für eine funktionierende Partnerschaft und Beziehung sind für Winter ein respektvoller und liebevoller Umgang, gepaart mit bedingungslosem Vertrauen - der Experte nennt dies "Vorschussrespekt". "Man sollte auch daran denken, dass in einer Partnerschaft jene Zeiten vorkommen, in denen einer der beiden so verzweifelt ist, dass er Halt sucht und sich fallen lassen kann."

Die ersten 36 Monate im Leben eines Menschen sieht Winter als die wesentlichsten zum Erlernen der Liebesfähigkeit an. "Das ist der Zeitraum, in dem wesentliche Weichen gestellt werden." Dass Kinder in diesem Alter klein sind, bedeute nicht, dass sich ihre Umwelt inklusive ihren Eltern ganz genau wahrnehmen. Ein weiterer wesentlicher Aspekt der Liebesfähigkeit sei die Selbstliebe. "Ich kann jemanden anderen nur dann lieben, wenn ich mich selbst auch klasse finde", meint Winter. "Meine Empfehlung für die Partnersuche lautet: Finger weg von Menschen mit starken Selbstwertstörungen. Es sei denn, der Partner weiß, wie man diese therapiert." Negative Emotionen wie etwa Eifersucht, Jähzorn, Depression, Ignoranz, Niedergeschlagenheit, Misstrauen, Neid, Erpressung, Promiskuität, Egoismus und Machtgier seien häufig "Strategien", um sich selbst vor weiteren Verletzungen und Einschränkungen zu schützen.

Ein wesentlicher Teil des Buches bezieht sich auf das Thema Sex. "Sex ist erlaubt", so das Credo von Winter, der kritisiert, dass das Thema Sex trotz "Nacktheit in Film und Fernsehen" immer noch stark tabuisiert ist. "Es gibt keinen kranken Sex, es gibt nur Sex und Angst. Klär deinen Partner auf", fordert der Autor, der auch als psychologischer Berater arbeitet. "Wenn ein Partner für etwas nicht zugänglich ist, hat das meist mit tradierten Lerninhalten zu tun." Der Experte rät dazu, nachzuforschen, woher diese Problematik komme. Der wichtigste Vorgang dabei sei das Rationalisieren. "Alles, was wir uns bewusst machen, können wir auch kontrollieren." Sollte es mit der Sexualität in einer Partnerschaft ganz und gar nicht mehr funktionieren, rät Winter zur Trennung.

"Ich werde häufig gefragt, was ein Paar tun kann, um eine Beziehung zu retten", so Winter. "Die Antwort, die ich gebe, lautet einfach, den Partner und seine Bedürfnisse ernst zu nehmen." Das gelte auch für emotionale Regungen. "Ein Heilmittel kann aber auch sein, einen langjährigen Partner einmal für 24 Stunden wieder so zu behandeln, als stünde die Liebesbeziehung ganz am Anfang, frei von Vorurteilen und Beschuldigungen und voller Zärtlichkeit", so Winter abschließend gegenüber pressetext.

Das Buch "Liebe, Sex und Partnerschaft - Warum Erfüllung so einfach sein kann!" ist am Valentinstag 2008 im Mankau-Verlag http://www.mankau-verlag.de erschienen. (pte)