Universitäten öffnen ihre Türen für Praktiker

Ingrid Weidner arbeitet als freie Journalistin ín München.
Ob Java-Kurs, IT-Kompaktprogramm, technischer MBA oder ein maßgeschneidertes Qualifizierungsprogramm - die Universitäten engagieren sich schon heute im Weiterbildungsmarkt.

P>"Wir wollen unser Engagement verstärken, wir bauen unser Programm weiter aus", ist von vielen Hochschulen in Sachen Weiterbildung zu hören. Dazu gründen Fachhochschulen und Universitäten fleißig eigene Institute oder Akademien. Weiterbildung gehört neben der Erstausbildung von Studierenden zu den Aufgaben der Hochschulen. Seit einigen Jahren bauen sie ihr Angebot aus. "Außerdem eröffnet es für die Hochschulen eine zusätzliche Einnahmequelle", erklärt Susanne Schilden, Pressesprecherin der Hochschulrektorenkonferenz.

Von Norden bis Süden bieten Fachhochschulen und Universitäten schon heute ein buntes Bildungsspektrum an, das vom Hackerkurs bis zum virtuellen Bachelor-Studium reicht. In Bayern gehört seit der Hochschulreform von 1998 Weiterbildung neben Forschung, Lehre und Studium als vierte Säule zum Aufgabenspektrum der Universitäten. "IT-Weiterbildungsangebote bieten acht von neun Universitäten und zwölf von 17 Fachhochschulen in Bayern bereits an," verkündete Hans Zehetmair, bayrischer Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst zur Systems im letzten Jahr.

Die wenigsten Hochschulen rechnen mit großen Umsätzen, langfristig sollen die Einnahmen allerdings die klamme Finanzlage der Bildungseinrichtungen aufbessern. Mussten die bayrischen Hochschulen in der Vergangenheit 20 Prozent der Kursgebühren an den Staatshaushalt abführen, können sie heute die gesamten Einnahmen aus Weiterbildungskursen selbständig verwalten. Bisher wandeln die Hochschulen ihr Expertenwissen kaum in bare Münze um. Mit einem stärkeren Engagement soll sich das ändern. Akademiker und Berufstätige sollen auch nach ihrer Erstausbildung die Hochschule als Weiterbildungseinrichtung wahrnehmen, die ihnen einiges zu bieten hat.

Nicht alle Kurse sind ausgebucht

Doch auch die Hochschulen spüren die Sparwut der Unternehmen. Längst nicht alle Kurse sind ausgebucht. "Unser Angebot ist kostendeckend. Allerdings lief es im Frühjahr sehr schleppend", ist beispielsweise aus Karlsruhe zu hören. Seit zwei Jahren bietet dort ein eigenes Institut IT-Seminare an. Das "kww - Die wissenschaftliche Weiterbildung der Universität Karlsruhe (TH)", hat vom Java-Kurs über Netzwerktechnik, Projekt-Management und IT-Sicherheit ein breites Angebotsspektrum. Beliebt sind dort Kurse, deren Dauer zwischen zwei bis drei Tagen liegt, für längere Qualifizierungen können sich Firmen momentan weniger begeistern.

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