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United Internet vedreifacht nach Rekordjahr Dividende

27.02.2007
Der Internetdienstleister United Internet (1&1, GMX, Web.de) will nach einem Rekordjahr die Dividende fast verdreifachen.

Die Ausschüttung an die Aktionäre solle von Aktiensplit bereinigten 6,25 Cent auf 18 Cent steigen, teilte das TecDAX-Schwergewicht am Montag in Montabaur mit. Aktienanalysten hatten mit einer geringeren Dividende gerechnet. Mit einem kräftigen Umsatz- und Gewinnplus erfüllte das Unternehmen die hoch gesteckten Erwartungen der Analysten und erreichte seine im Sommer angehobenen Ziele. Die Aktie konnte nachbörslich deutlich zulegen und stieg wieder über die Marke von 15 Euro.

Der Gewinn vor Steuern sei 2006 um knapp 80 Prozent auf 181,5 Millionen Euro gestiegen. Von dpa-AFX befragte Experten hatten mit einem Anstieg in dieser Größenordnung gerechnet. Das Unternehmen hatte einen Anstieg auf mindestens 180 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Der Umsatz legte von 801,5 Millionen Euro auf 1,27 (Prognose: 1,26) Milliarden Euro zu. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich nach vorläufigen Berechnungen von 25 Cent (splitbereinigt) auf 46 Cent je Aktie. Gemessen an der Aktienzahl dürfte der Überschuss damit auf mehr als 110 (2005: 59,3) Millionen Euro gestiegen sein.

Wachstumstreiber war im vergangenen Jahr erneut das Geschäft mit schnellen Internetzugängen (DSL) und dem Webhosting. Im hart umkämpften DLS-Geschäft konnte United Internet im vergangenen Jahr rund 530.000 neue Kunden gewinnen. Ende Dezember hatte das Unternehmen 2,27 Millionen DSL-Kunden - und damit rund 30 Prozent mehr als Ende 2005. "Wir haben im vierten Quartal vor allem auf Wachstum im profitablen DSL-Geschäft gesetzt und die im Sommer angehobenen Umsatz- und Gewinnziele trotz der hohen Aufwendungen für die Kundengewinnung erreicht", sagte United Internet-Sprecher Marcus Schaps. Insgesamt stieg die Kundenzahl im vergangenen Jahr um 27 Prozent auf 6,39 Millionen.

Größter Geschäftsbereich blieb das Webhosting - das Unterbringen (Hosting) von Webseiten auf dem Server eines Providers sowie Dienstleistungen um dieses Angebot. Hier legte die Kundenzahl um 35 Prozent auf 2,86 Millionen zu. United Internet profitierte dabei auch von der 90 Millionen Euro teuren Übernahme des britischen Anbieters Fasthosts. Die Zahl der Webhosting-Kunden im Ausland stieg 2006 von 600.000 auf 1,26 Millionen. United Internet ist der größte Webhosting-Anbieter hierzulande und gehört auch weltweit zu den wichtigsten Anbietern.

Die United Internet-Webhosting-Tochter 1&1 kündigte zudem den Einstieg in das Geschäft mit Mietsoftware an. Das E-Mail- und Teamwork-Angebot werde ab Ende Februar in Deutschland verfügbar sein. Zudem soll das Produkt, das in Kooperation mit Open-Xchange erstellt wird, noch in der ersten Jahreshälfte 2007 in Frankreich, Großbritannien und den Vereinigten Staaten angeboten werden. Auf der außerbörslichen Handelsplattform von Lang & Schwarz stieg das United-Internet-Papier auf 15,20 Euro, nachdem es im regulären Handel um 0,47 Prozent auf 14,98 Euro gefallen war.

In Erwartung guter Zahlen war die Aktie des Unternehmens am vergangenen Donnerstag auf das Rekordhoch von 15,82 Euro geklettert. Damit war United Internet, das zu 35 Prozent Unternehmensgründer Ralph Dommermuth und zu neun Prozent der Combots AG gehört, fast vier Milliarden Euro wert. (dpa/tc)