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Geld für Strato-Kauf?

United Internet trennt sich von Freenet-Anteilen

26.08.2009
Der Internetdienstleister United Internet hat sich von seinen direkt gehaltenen Anteilen am Mobilfunkanbieter Freenet getrennt.
Ralph Dommermuth - greift der United-Internet-Chef nach Strato?
Ralph Dommermuth - greift der United-Internet-Chef nach Strato?
Foto: United Internet

Der außerbörsliche Verkauf von rund 10,8 Millionen Aktien spülte rund 94 Millionen Euro in die Kassen von United Internet. Über den oder die Käufer sowie den Hintergrund des Verkaufs machte United Internet keine Angaben. Ein Sprecher der Hamburger Berenberg Bank bestätigte lediglich, dass die Bank die Transaktion abgewickelt habe. Analysten gehen davon aus, dass die Aktien an mehrere institutionelle Anleger weitergereicht werden.

Die Aktien von United Internet legten bis zum frühen Nachmittag rund 2,3 Prozent auf 9,89 Euro zu. Freenet-Papiere stiegen um 3,2 Prozent auf 9,08 Euro. Der Internetdienstleister rechnet aus dem Verkauf im dritten Quartal mit einem außerordentlichen Ertrag von rund 20 Millionen Euro. Dem Erlös aus dem Freenet-Verkauf stünden dabei Abschreibungen auf die Anteile an Versatel gegenüber. Abschreibungen auf diverse Beteiligungen hatten United Internet im vergangenen Jahr in die roten Zahlen gedrückt, auch der Wert der Freenet-Aktien hatte sich erheblich verringert. Inzwischen haben sich die Titel wieder deutlich erholt. United-Internet-Chef Ralph Dommermuth hatte zuletzt betont, er stehe bei einem Verkauf der Anteile nicht unter Druck. Ein Sprecher wollte sich zum Motiv für den Verkauf nicht äußern. Er sagte lediglich, es sei nun eine gute Gelegenheit gesehen worden, die Anteile möglichst kursschonend zu verkaufen.

Geld für Übernahmen?

Für Equinet-Analyst Adrian Pehl ergibt der Verkauf der Anteile durchaus Sinn: "United Internet braucht Geld, um zukünftige Übernahmen zu stemmen." Dommermuth habe ein Auge auf die Freenet-Webhosting-Tochter Strato geworfen. Kreisen zufolge wollen die Büdelsdorfer bis zu 400 Millionen Euro für Strato. Analysten rechnen eher mit einem niedrigeren Erlös. Freenet-Chef Christoph Vilanek will mit dem Verkauf den milliardenschweren Schuldenberg aus der Debitel-Übernahme weiter abtragen. Er rechnet Anfang September mit ersten Angeboten.

Equinet-Analyst Pehl könnte sich auch vorstellen, dass United Internet sich noch komplett von der Beteiligung an Freenet trennt. "Ein strategisches Interesse dürfte Dommermuth nur so lange haben, wie Freenet Strato noch nicht verkauft hat." United Internet hält nun noch gemeinsam mit dem Mobilfunker Drillisch über die MSP Holding rund 12,8 Millionen Aktien an Freenet. Insgesamt kommt der Internetdienstleister damit noch auf etwa 17 Prozent der Stimmrechte, zuvor waren es rund 25 Prozent. Ende Mai hatte United Internet bereits das DSL-Geschäft von Freenet übernommen. (dpa/tc)