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Markt enttäuscht

United Internet stellt Wachstum über Ergebnisplus

12.11.2010
Der Internetdienstleister United Internet (1&1, GMX, Web.de) stellt weiter Wachstum über ein mögliches Ergebnisplus.
United-Internet-Chef Ralph Dommermuth
United-Internet-Chef Ralph Dommermuth
Foto: United Internet

Der Umsatz soll 2010 und 2011 kräftig zulegen und in Richtung der Marke von zwei Milliarden Euro klettern. Dafür nimmt Unternehmenschef und Großaktionär Ralph Dommermuth in beiden Jahren einen stagnierenden operativen Gewinn in Kauf. Am Aktienmarkt wurde United Internet für diesen Ausblick abgestraft, da die Analysten bislang mit einem Anstieg beim operativen Ergebnis im Jahr 2011 gerechnet hatten. Die Aktie des TecDax-Schwergewichts schmierte bis zum Nachmittag um fast zehn Prozent ab. Da halfen auch die am späten Mittwochabend vorgelegten starken Zahlen für das dritte Quartal nichts.

Dommermuth, der rund 38 Prozent der United-Internet-Aktien hält, lässt sich davon allerdings nicht beirren: "Wir haben die unternehmerische Entscheidung gefällt, auf nachhaltiges Wachstum zu setzen und lassen uns jetzt nicht durch kurzfristige Reaktionen am Markt verunsichern. Wenn sich so viele Wachstumschancen bieten, muss man zugreifen", sagte er der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. "Gerade im Geschäft mit schnellen Internetzugängen rentieren sich Verträge erst nach rund zwei Jahren. Das ist einer der Gründe, warum wir im nächsten Jahr trotz eines erwarteten Umsatzplus einen stagnierenden operativen Gewinn erwarten."

Nach einem deutlich höheren Erlös im dritten Quartal rechnet United Internet im laufenden Jahr weiter mit einem Anstieg um rund 15 Prozent auf zirka 1,9 Milliarden Euro. 2011 nimmt Dommermuth dann die Marke von zwei Milliarden Euro ins Visier. "Wir werden ein vernünftiges Umsatzplus sehen", sagte Dommermuth. Zudem rechnet er damit, dass United Internet bei der Zahl der Kundenverträge die Marke von zehn Millionen knacken kann. Ende September hatte United Internet knapp 9,6 Millionen Kundenverträge.

Neben dem Wachstum aus eigener Kraft sucht Dommermuth weiter nach passenden Kaufgelegenheiten wie zuletzt das US-Portal Mail.com. Geld dafür sei genügend in der Kasse. Zudem will United Internet sein Geschäft mit Internet -Dienstleistungen in Südamerika und Kanada exportieren. Das Unternehmen aus der rheinland-pfälzischen Provinz ist bereits äußerst erfolgreich in den Vereinigten Staaten und Großbritannien. Im Auslandsgeschäft stieg die Zahl der Kundenverträge im dritten Quartal um 50.000 auf 2,4 Millionen.

Im dritten Quartal legte der Erlös um rund 17 Prozent auf 478 Millionen Euro zu. Dommermuth geht davon aus, dass das vierte Quartal beim Erlös noch besser ausfällt. "Das Schlussquartal wird beim Umsatz noch stärker und damit das beste im Gesamtjahr sein." Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) vor Sonderfaktoren sank von 95,4 Millionen Euro im Vorjahr auf 88,8 Millionen Euro. Im Gesamtjahr rechnet Dommermuth weiter damit, bei diesem Wert das 2009 erreichte Rekordniveau von 356 Millionen Euro zu erreichen. Im kommenden Jahr werde das EBITDA wieder auf diesem Niveau liegen. Analysten hatten bislang mit einem Anstieg von rund zehn Prozent gerechnet. (dpa/tc)