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Analysten erwarten

United Internet mit einer Milliarde Umsatz?

12.08.2011
Der Internetdienstleister United Internet startet nach Einschätzung von Analysten mit guten Zahlen in die zweite Jahreshälfte. Sie trauen dem Unternehmen zu, in den ersten sechs Monaten die Marke von einer Milliarde Euro Umsatz geknackt zu haben.

Die Konzernmutter von Internetmarken wie 1&1, GMX und Web.de dürfte zudem trotz gestiegener Vertriebskosten unter dem Strich auch mehr verdient haben. Am kommenden Dienstag will das Unternehmen seine Halbjahresbilanz vorlegen.

Beim Umsatz erwarten die neun von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Analysten für die ersten sechs Monate ein Wachstum um rund acht Prozent auf im Schnitt etwas mehr als eine Milliarde Euro. Das Wachstum schreiben die Analysten dem Schub bei Neukunden aus dem Mobilfunkgeschäft und dem internationalen Anwendungsgeschäft zu. Vor knapp einem Jahr war der von Internetunternehmer Ralph Dommermuth geführte Konzern in das Geschäft als Mobilfunkserviceanbieter eingestiegen, um vom Trend zum mobilen Internet zu profitieren.

Mobiles Breitband, Web-Anwendungen

Im Wesentlichen setzt das Unternehmen mit seinen Investitionen nicht mehr hauptsächlich auf das schrumpfende Geschäft mit DSL-Anschlüssen, sondern auf mobiles Breitband und Internetanwendungen für kleine und mittlere Unternehmen. Dazu gehören etwa Webhosting und Online-Marketing.

Beim Umsatz dürfte sich diese Wachstumsstrategie schon ausgezahlt haben. Allerdings gehen die Analysten davon aus, dass mit dem Marketing und dem Anlauf der Produkte vorerst weiter höhere Kosten angefallen sind. So schätzen die Experten, dass sich das operative Ergebnis etwas schwächer entwickelt hat. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) liegt demnach bei rund 178 Millionen Euro nach 182 Millionen im Vorjahr. Beim Gewinn je Aktie sollen pro Anteilsschein etwa 40 Cent nach 34 Cent im Vorjahr hängen bleiben.

Die Analysten sehen Dommermuth und sein Team nach den Zahlen des ersten Halbjahrs auf Kurs, die Jahresziele zu erreichen. Vom angepeilten Umsatz von 2 Milliarden Euro dürfte die Hälfte bereits in trockenen Tüchern sein. Operativ strebt das Management mindestens das Vorjahresniveau an (357 Millionen Euro beim EBITDA), womit auch operativ nach Schätzung der Analysten die Hälfte geschafft wäre. Die Experten sehen vor allem ab 2012 die Chance, dass sich die Strategie auch positiv im operativen Ergebnis niederschlägt. Zur Beurteilung der Zukunftschancen dürfte daher im Fokus stehen, wie sich die Kundenzahlen im zweiten Quartal entwickelt haben. Das Unternehmen will aufs Jahr gesehen insgesamt 700.000 neue Kunden gewinnen. Nach netto 210.000 neuen Verträgen im ersten Quartal schätzen die Analysten, dass United Internet nach den ersten sechs Monaten bereits 400.000 Neuverträge einwerben konnte.

Was passiert mit DE-Mail?

Gespannt warten die Analysten auch auf Aussagen zum Potenzial der rechtssicheren Email (DE-Mail). Die Zertifizierung durch das BSI (Bundessicherheitsamt in der Informationstechnik) läuft bei United Internet derzeit noch, soll aber bald abgeschlossen sein. Bisher hat sich das Management noch nicht darauf festgelegt, wie mit der digitalen Post Geld verdient werden kann. Aussagen zur internationalen Expansion der Anwendungssparte dürften Beobachter des Unternehmens ebenfalls interessieren.

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