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Unisys will Offshore-Präsenz massiv ausbauen

01.06.2006
Der Fokus auf bestimmte IT-Services soll das Unternehmen wieder auf Wachstumskurs bringen.

Der US-amerikanische IT-Dienstleister und Serveranbieter Unisys will sein IT-Servicegeschäft weiter ausbauen. CEO (Chief Executive Officer) Joseph McGrath, erklärte vor Analysten in San Francisco, mit einem Fokus auf stark wachsenden Segmenten wie dem IT- und Geschäftsprozess-Outsourcing werde Unisys den Umsatz bis 2008 kräftig steigern. Angepeilt sei ein Wachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich sowie operative Margen zwischen acht und zehn Prozent.

Nach einem Umsatzplus von gerade einmal zwei Prozent im ersten Quartal sind das kühne Ziele. Der Outsourcing-Markt wächst zwar weiter, einige der großen Deals haben sich jedoch als nicht sehr profitabel für Unisys erwiesen. Auch die zunehmende Konkurrenz der indischen Billiganbieter macht dem Unternehmen zu schaffen. Um hierfür gewappnet zu sein, hat sich McGrath konkrete Strategien für seine Zielmärkte überlegt. Im IT-Outsourcing-Geschäft etwa sind spezielle Realtime-Infrastruktur-Angebote geplant, mit denen die Kunden in der Lage sein sollen, ihre Betriebskosten zu senken. Bei Security-Services setzt Unisys verstärkt auf RFID (Radio Frequency Identification). Und im Geschäft mit Open-Source-Dienstleistungen liegt der Fokus auf Highend-Linux-Anwendungen - ein Umfeld, in dem Unisys der Konkurrenz dank langjähriger Erfahrungen überlegen ist, so McGrath. Auch in den Bereichen Identity-Management, Biometrie, Tracking und Cyber-Security sei das Unternehmen bestens positioniert.

In puncto Restrukturierung wurde McGrath ebenfalls konkreter. Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte er angekündigt, rund 3600 Stellen - das sind zehn Prozent der weltweiten Belegschaft - zu streichen. Neben dem Stellenabbau will Unisys aber auch verstärkt Geschäftsfelder in Offshore-Regionen verlegen und Bereiche, die nicht zum Kerngeschäft gehören, auslagern. McGrath räumte ein, dass sein Unternehmen "nicht aggressiv genug war, um frühzeitig eine Offshore-Präsenz aufzubauen." Dafür werde es jetzt mit Nachdruck daran arbeiten, seine Belegschaft in Niedriglohnländern aufzustocken. Bis 2008 sollen 20 Prozent der gesamten Belegschaft an den Unisys-Standorten im indischen Bangalore sowie in Shanghai tätig sein. (sp)