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Unisys verbucht Milliardenverlust

10.11.2005
Sonderabschreibung belastet das Quartalsergebnis mit knapp 1,6 Milliarden Dollar.

Der angeschlagene US-amerikanische IT-Dienstleister und Serveranbieter Unisys hat im dritten Quartal 2005 einen deutlich höheren Nettoverlust verbucht wie vorab berichtet. Wie das Unternehmen aus Blue Bell, Pennsylvania, nun bekannt gab, fiel nach endgültigen Berechnungen ein Minus von 1,63 Milliarden Dollar oder 4,78 Dollar je Aktie an. Mitte Oktober war Unisys noch von einem Verlust von 54,3 Millionen Dollar oder 16 Cent je Aktie ausgegangen, nachdem im Vorjahreszeitraum ein Gewinn von 25,2 Millionen Dollar oder sieben Cent je Anteil erzielt worden war. Die Diskrepanz zum Vorab-Ergebnis begründete der Computerpionier mit einer Sonderabschreibung im Umfang von 1,57 Milliarden Dollar. Bei einer Überprüfung der latenten Steueransprüche habe Unisys angesichts der vorangegangener Betriebsverluste beschlossen, diesen Posten vorsorglich aus der Bilanz zu streichen, erklärte CEO Joseph McGrath in einer Stellungnahme. Da Unisys beabsichtige, in naher Zukunft wieder Gewinne auszuweisen glaube er, dass die Ansprüche im Laufe der Zeit geltend gemacht werden.

Im laufenden vierten Quartal erwartet das Unternehmen weiter einen Vorsteuergewinn von 50 bis 75 Millionen Dollar - Sonderaufwendungen wie Einzahlungen in die Pensionskasse sowie Restrukturierungskosten allerdings nicht mit eingerechnet.

Der Traditionsanbieter hat nach den enttäuschenden Ergebnissen beschlossen, im Laufe des nächsten Jahres zehn Prozent der Belegschaft oder rund 3.600 Mitarbeiter zu entlassen. Außerdem plant Unisys, nicht strategische Geschäftsbereiche zu verkaufen und sich stärker auf wachstumsträchtige Themengebiete wie Outsourcing, Open Source/Linux, Microsoft-Lösungen und IT-Security zu konzentrieren. Unisys schätzt, dass im Zuge der Maßnahmen Aufwendungen von 250 bis 300 Millionen Dollar anfallen. (siehe auch: "Nach roten Zahlen: Unisys entlässt zehn Prozent der Belegschaft"). (mb)