Unisys setzt auf Hype-Themen

Sabine Prehl ist freie Journalistin und lebt in München.
Regionale Kernmärkte wie Deutschland sollen intensiver bearbeitet werden.

Nach den hohen Verlusten im vergangenen Jahr (siehe Grafik "Umsatz- und Gewinnentwicklung") will sich der US-amerikanische IT-Dienstleister Unisys in seinem Servicegeschäft stärker als bisher auf die Bereiche Outsourcing, IT-Sicherheit, Open Source, Echtzeit-Infrastruktur (Adaptive Computing, On-Demand) sowie Microsoft-Lösungen fokussieren.

Hier lesen Sie …

  • auf welche Märkte sich Unisys fokussieren will;

  • welche Chancen diese Nischen bieten;

  • wo die Stärken und Schwächen des Unternehmens liegen;

  • wie Unisys sein Deutschland-Geschäft ankurbeln will.

Wegen rückläufiger Aufträge, hoher Pensionskosten sowie Problemen und Konventionalstrafen bei einigen Outsourcing-Deals ist Unisys im Fiskaljahr 2005 in die roten Zahlen gerutscht.
Wegen rückläufiger Aufträge, hoher Pensionskosten sowie Problemen und Konventionalstrafen bei einigen Outsourcing-Deals ist Unisys im Fiskaljahr 2005 in die roten Zahlen gerutscht.

Joseph McGrath, Chief Executive Officer (CEO) von Unisys, verspricht sich davon einen kräftigen Wachstumsschub. Ziel sei, die Einnahmen in den fünf Geschäftsfeldern in den nächsten zwei bis drei Jahren auf jeweils mindestens 500 Millionen Dollar zu erhöhen. "Allen ausgewählten Bereichen prognostizieren Analysten zweistellige Steigerungsraten", so das Argument des Firmenchefs.

Stephan Kaiser von Pierre Audoin Consultants (PAC) hält diese Strategie für sinnvoll. Im Infrastruktur-Outsourcing sei Unisys ein ernst zu nehmender Herausforderer. "Aber der Markt für Betriebsdienstleistungen wird immer enger", so der Experte. "Ein Anbieter aus der zweiten, dritten Reihe kann sich da nur durchsetzen, wenn er sich über Spezialisierung ein Alleinstellungsmerkmal schafft." Der Security-Markt sei ein stark wachsendes Segment, und Unisys habe sich hier gut etabliert.

Bereiche, die keine zweistelligen Wachstumsziele erreichen können, sollen verkauft werden. Um welche Einheiten es sich konkret handelt, will McGrath noch nicht verraten. "Wir haben auch hier wichtige Kunden - wenn ich jetzt einen Verkauf ankündige, friert dieses Geschäft ein." Consultant Kaiser glaubt jedoch nicht, dass es sich um komplette Geschäftsbereiche wie die Systemintegration oder das Consulting-Business handelt. "Unisys wird eher als Full-Service-Anbieter auftreten, also möglichst alles aus einer Hand anbieten."

Eine Besserung der finanziellen Situation verspricht sich McGrath auch von dem für dieses Jahr geplanten Stellenabbau. Mit der Streichung von 3600 Jobs sollen die Betriebskosten um 250 Millionen Dollar pro Jahr gesenkt werden. Bis 2008 werde Unisys wieder bei der "in der Branche üblichen Rentabilität" angelangt sein.

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