Berlecon-Studie

Unified Communications wird in den Firmen Realität

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Einer aktuellen Studie zufolge ist Unified Communications in Deutschland kein Hype-Thema mehr: Mehr als die Hälfte der Unternehmen hat bereits eine UC-Lösung im Einsatz oder plant es. Bei einem weiteren Viertel wird dies zumindest intensiv diskutiert.
56 Prozent der Teilnehmer haben eine UC-Lösungen bereits im Einsatz oder planen dies.
56 Prozent der Teilnehmer haben eine UC-Lösungen bereits im Einsatz oder planen dies.

Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage, die Berlecon Research im Auftrag der Hersteller Damovo, Aastra und Cisco vorgenommen hat. Das Berliner Marktforschungsinstitut befragte dazu in den Monaten März und April 104 ITK-Verantwortliche und CIOs von Firmen ab 200 Mitarbeitern zum Thema Unified Communications (UC). Dabei gaben 56 Prozent der Teilnehmer an, sie hätten UC-Lösungen bereits im Einsatz oder planten in den nächsten zwei Jahren ein entsprechendes Projekt. Lediglich für jedes fünfte Unternehmen ist UC noch kein Thema, ein Großteil von diesen meinte, keinen großen Nutzen darin zu sehen.

Der Genauigkeit halber muss erwähnt werden, dass Berlecon anstelle des Schlagworts Unified Communications eine längere Definition abfragte - etliche ITK-Experten können nach wie vor nichts mit dem Begriff UC anfangen. Betont wurden dabei die Bündelung verschiedener Kommunikationskanäle und ihre Integration in Anwendungen. Trotz dieser auslegbaren Umschreibung sehen die meisten Firmen im Thema UC offenbar mehr als nur Skype und Faxintegration. 46 Prozent der Nutzer gaben an, bereits einen Unified-Communications-Server im Betrieb zu haben. 16 Prozent planen dies.

Breiter Wechsel auf IP

Allgemein stellte Berlecon fest, dass die "IP-isierung" der Unternehmen in Deutschland zügig voranschreitet: Zwar haben 87 Prozent der befragten Firmen nach wie vor noch (irgendwo) eine traditionelle Telefonanlage im Betrieb. Fast die Hälfte der Teilnehmer nutzen aber schon eine IP PBX, von 18 Prozent ist deren Einsatz geplant. Kostengünstige Telefonate über Voice over IP (VoIP) setzen immerhin schon 46 Prozent der Unternehmen ein - in einer entsprechenden Umfrage des Vorjahres waren es nicht einmal ein Drittel.

Berlecon-Chefin Nicole Dufft geht davon aus, dass UC die Integration von IT und TK weiter vorantreibt.
Berlecon-Chefin Nicole Dufft geht davon aus, dass UC die Integration von IT und TK weiter vorantreibt.
Foto: Manfred Bremmer

Das technische Zusammenwachsen von IT und TK spiegelt sich auch in der Organisationsstruktur wider: 84 Prozent der Unternehmen haben eine integrierte ITK-Abteilung oder planen dies innerhalb der nächsten zwei Jahre. Dennoch unterscheidet sich der Stellenwert von IT und TK weiterhin: Während die IT die Geschäftsbereiche und ihre Prozesse aktiv unterstützen soll, herrscht mit Blick auf die TK häufig noch eine operative Sichtweise vor. Sie soll in erster Linie kostengünstig sein und reibungslos laufen. Immerhin erkennt mehr als die Hälfte der ITK-Entscheider den strategischen Stellenwert von TK an. Berlecon-Chefin Nicole Dufft geht jedoch davon aus, dass UC die Integration von IT und TK weiter vorantreibt, wodurch sich wiederum der strategische Stellenwert erhöht.

Auch wenn in der Mehrzahl der Fälle die ITK-Abteilungen die Treiber bei der UC-Einführung sind, werden die Entscheidungen über die finanzielle, technische und organisatorische Umsetzung überwiegend vom Management und der Geschäftsführung getroffen. Die Firmen versprechen sich dabei von UC vor allem eine bessere Kommunikation mit Kunden und eine effizientere Vernetzung der Mitarbeiter. Ein zentraler Grund für die UC-Einführung ist außerdem die Verbesserung von Geschäftsprozessen, um die Reaktionsgeschwindigkeit zu erhöhen. Immerhin die Hälfte der Unternehmen führt UC aber auch ein, um Kosten zu sparen. Potenzial sehen die Befragten dabei insbesondere in der Konsolidierung der ITK-Infrastruktur, der Beschleunigung von Geschäftsprozessen und niedrigeren Telefonrechnungen.