CeLS-Zertifikate

Unabhängige Berufszertifizierung nimmt Fahrt auf

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Unter dem Motto „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“ trafen sich Mitte Juni in Hamburg CIOs, Personaler, IT-Experten sowie CeLS-Autoren, um die Idee einer produktunabhängigen Berufsbildzertifizierung weiter umzusetzen.

Initiator Günter Hilger zeigte sich auf dieser ersten Tagung höchst zufrieden über das Interesse der Zertifizierungsteilnehmer und der Resonanz im Markt. Er zitierte eine Umfrage unter den rund 500 Interessenten, die seit vergangenen Herbst ihre IT- und Soft Skills testen ließen. So sind laut Befragung 94 Prozent an weiteren Berufsbildprüfungen interessiert, 86 Prozent finden die CeLS-Idee (Community) gut oder sehr gut, und 60 Prozent sind der Meinung, dass so ein Zertifikat in der Bewerberauswahl stärker berücksichtigt werden sollte.

Der CeLS-Beirat wacht über die Qualität der Tests (von links): Günter Hilger, Dr. Carsten Witt, Dr. Horst Tisson, Daniela Chikato, Jörg Öynhausen, Burkhard Kaufmann, Christian Flöter und Ralph Freude.
Der CeLS-Beirat wacht über die Qualität der Tests (von links): Günter Hilger, Dr. Carsten Witt, Dr. Horst Tisson, Daniela Chikato, Jörg Öynhausen, Burkhard Kaufmann, Christian Flöter und Ralph Freude.

CeLS: Experten entwickeln Zertifikate für IT-Profis

Diese Tests kommen im weitesten Sinne aus der IT-Community, also von Experten, die in ihrem Themengebiet absolute Profis sind. Zurzeit sind 23 Berufsbilder online verfügbar, und Hilger drückt aufs Gaspedal: In Kürze sollen weitere 55 online geschaltet werden. Noch sind die Prüfungen kostenlos, ab nächstem Jahr jedoch soll für die Ausstellung eines Zertifikats bezahlt werden. Über das weitere Vorgehen - die Preisfindung für die Tests und vor allem die qualitativen Aspekte - wacht ein Beirat, der sich zur CeBIT im März konstituierte und nun sich wieder in Hamburg anlässlich dieser ersten CeLS-Tagung traf. Vertreten sind hier Personaler, CIOs und IT-Manager aus namhaften Unternehmen.

Muster CeLS-Zertifikat geco-group
Muster CeLS-Zertifikat geco-group
Foto: geco-group

Beschäftigte sollen sich ständig weiterbilden

Einer davon ist Christian Flöter, Head of People Resourcing bei Airbus in Hamburg. Er muss sich (fast) täglich mit der Frage auseinandersetzen, wie er die richtigen Mitarbeiter findet, um diese dann auch richtig einzusetzen - unter den stark veränderten Anforderungen an Arbeitgeber und Beschäftigte. Firmen müssten etwa auf die Herausforderungen der Globalisierung reagieren und das Arbeiten in virtuellen und internationalen Teams organisieren können. Von den Beschäftigten werde erwartet, dass sie sich ständig weiterbilden, mobil sind und immer offen für Innovationen zeigen. Es gilt festzustellen, welche Kompetenzen vorhanden sind und wie sich diese in den künftigen Bedarf einfügen. Er ist ein Anhänger dieser Tests und will sie in seiner Firma einsetzen. Er sieht sie als geeignete Ergänzung zu klassischen Bewerbungsunterlagen und Arbeitszeugnissen.

Vor allem, weil die Fortgeschrittenenstufe der Prüfung einen Soft-Soft-Skill-Test beinhaltet, der mit Unterstützung von Uwe Kanning, Professor an der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät der Hochschule Osnabrück, entstand. Der Wissenschaftler begründete in seinem via Video-Konferenz zugeschalteten Vortrag, warum Soft-Skill-Tests ein "wichtiges Instrument der berufsbildbezogenen Eignungsbeurteilung" sind. Neben der Fachkompetenz, Intelligenz und Berufserfahrung, die sich mittlerweile gut messen ließen, spielten heute Themen wie Leistungsmotivation, Persönlichkeit, soziale Kompetenzen eine überdurchschnittlich große Rolle. Der Professor zitierte in diesem Zusammenhang eine Studie, die zeigte, dass aus Kundensicht die Soft Skills oberste Priorität haben und Fachwissen zweitrangig sei.

Damit diese Tests auf eine möglichst hohe Akzeptanz stießen, müsse die Qualität stimmen. Und wie sich diese erreichen lässt, darüber berichtete der ehemalige CIO der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), Michael Busch, der gemeinsam mit den erfahrenen Managern Olaf Schröder und Dirk Bentlin den Test für Projekt-Manager entwickelte. Er habe einen vierstufigen Qualitäts-Management-Prozess entwickelt - vom Entwurf des Tests über die interne dann externe Kontrolle bis hin zur Veröffentlichung.

Zertifikate für 23 Berufsbilder

"Certified by Professionals" oder kurz CeLS heißen neue Zertifikate, die IT-Experten für Experten entwickeln. Interessenten können sich in der Pilotphase kostenlos für mittlerweile 23 Berufsbilder zertifizieren lassen - vom Mobile Application Developer bis zum Projektleiter/-Manager, um ihre Jobchancen und den eigenen Marktwert zu erhöhen. Ab nächstem Jahr sollen die Tests dann kostenpflichtig werden.

CeLS entstand auf Initiative des IT-Dienstleisters Geco in Hamburg in Zusammmenarbeit mit dem IDG-Verlag (COMPUTERWOCHE). Geprüft werden alle für ein IT-Berufsbild wichtigen Fähigkeiten, Fachkenntnisse, Methoden und Soft Skills. Alle Tests sind über www.certbycels.com zu erreichen.

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