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UN wollen Internet für alle

17.02.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Um für eine gerechtere Verteilung des weltweiten Informationsflusses zu sorgen, wollen die Vereinten Nationen auch Menschen in den so genannten Entwicklungsländern den Zugang zum Internet ermöglichen. Ein entsprechendes Abkommen, bei dem auch über die Finanzierung des Projektes entschieden wird, soll beim Weltinformationsgipfel im November in Tunis unterzeichnet werden. Zur Vorbereitung des Treffens kamen am Donnerstag in Genf 2400 Delegierte zusammen, darunter 900 Regierungsvertreter.

Ziel des Gipfels ist unter anderem ein Abkommen, nach dem bis 2015 weltweit Millionen Schulen, Krankenhäuser und andere öffentliche Institutionen über einen Internet-Anschluss verfügen. "Für einen Erfolg braucht es den politischen Einsatz von Regierungschefs", sagte Yoshio Utsumi, Generalsekretär der Internationalen Telekommunikations-Union (ITU), die den Weltinformationsgipfel organisiert. Außerdem soll in Tunis entschieden werden, wie das Internet künftig reguliert wird. Dass diese Aufgaben in den Händen der privaten US-Organisation ICANN (Internet Corporation for Assignment of Names and Numbers) liegt, ist vor allem einigen Staaten in der Dritten Welt und so genannten Nicht-Regierungsorganisationen (NGO) nicht genehm. Diese Frage steht im Zentrum der nächsten Vorbereitungskonferenz im September in Genf.

Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" forderte am Donnerstag die am Weltinformationsgipfel beteiligten Staaten dazu auf, eine umfassende Meinungsfreiheit im Internet sowie die Rechte von Internetnutzern und -autoren zu garantieren. Nur die Internet-Nutzer selbst sollten darüber entscheiden, welche Informationen sie im Netz aufrufen. Filter seien weder von privater noch von staatlicher Seite wie etwa in China und Vietnam akzeptabel. (dpa/mb)