Funkfrequenzversteigerung

Umweltschützer warnen vor vermehrtem Elektrosmog

Jan-Bernd Meyer betreut als leitender Redakteur Sonderpublikationen und -projekte der COMPUTERWOCHE. Auch für die im Auftrag der Deutschen Messe AG publizierten "CeBIT News" ist Meyer zuständig. Inhaltlich betreut er darüber hinaus Hardware- und Green-IT- bzw. Nachhaltigkeitsthemen sowie alles was mit politischen Hintergründen in der ITK-Szene zu tun hat.   
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat im Zusammenhang mit der Versteigerung von Funkfrequenzen vor einer Zunahme des Elektrosmogs gewarnt.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat erhebliche Einwände gegen den Ausbau des Mobilfunknetzes.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat erhebliche Einwände gegen den Ausbau des Mobilfunknetzes.

Die Bundesnetzagentur hat den Prozess zur Versteigerung von Funkfrequenzen für den Mobilfunk gestartet. Der hierbei künftig zu erwartende massive Ausbau der Mobilfunknetze werde, so der BUND auf seiner Homepage, zu einer höheren Elektrosmogbelastung führen. Hiervon dürfte vor allem der ländliche Raum betroffen sein.

Die Umweltschützer befürchten deshalb Gesundheitsschäden. Über die Langzeitwirkung der Mobilfunkstrahlung auf den menschlichen Körper sei noch viel zu wenig bekannt, heißt es weiter. Laut BUND hält selbst das EU-Parlament die derzeit geltenden Grenzwerte für Elektrosmog aus Mobilfunkanlagen für unzureichend.

Außerdem fehlten Schutzmaßnahmen für die Anwohner der Sendestationen. Der BUND fordert, mindestens ein Prozent der zu erwartenden fünf bis sechs Milliarden Euro des Versteigerungserlöses zur Erforschung der Gesundheits- und Umweltfolgen von Mobilfunkanwendungen einzusetzen.

Die Bundesnetzagentur versteigert seit dem 12. April 2010 Frequenzen in den Bereichen 800 MHz, 1,8 GHz, 2 GHz und 2,6 GHz. Ein Ziel der Versteigerung ist es, noch existierende weiße Flecken in Deutschland mit unzureichender Breitbandanbindung zu beheben.

Funknetze nicht ausbauen

Bernd Rainer Müller, BUND-Mobilfunkexperte fordert unumwunden: "Um mögliche Umwelt- und Gesundheitsschäden zu vermeiden, dürfen die Funknetze nicht weiter ausgebaut werden." Stattdessen müsse immissionsarme Kommunikationstechnologien entwickelt werden, die solche Schäden ausschließen. Nötig seien beispielsweise die verstärkte Erforschung von Infrarot-Übertragungstechniken. Wünschenswert sei ferner der deutliche Ausbau der netzgebundenen Kommunikation über Glasfaserkabel.