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UMTS: Telia und Telekom gehen in Schweden leer aus

18.12.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Bei der Vergabe der schwedischen UMTS-Lizenzen ist der einheimische TK-Konzern Telia überraschend leer ausgegangen. Der frühere Staatsmonopolist, der über einen Marktanteil von 52 Prozent verfügt, hat den Mobilfunkmarkt in Schweden wesentlich mitentwickelt. Nach Angaben des Chefs der schwedischen Post- und Telekommunikationsbehörde (PTS) Nils Gunnar Billinger hat das Amt zahlreiche Mängel in der Telia-Bewerbung entdeckt, etwa bei der geographischen Abdeckung. So müsste das Unternehmen beispielsweise die Zahl seiner zur Datenübertragung notwendigen Basis-Stationen um das Dreifache dessen steigern, was bislang geplant sei. Für das Unternehmen bedeutet der Misserfolg einen herben Rückschlag. Analysten rechnen mit kräftigen Kursverlusten der Telia-Aktie. Der Konzern hat bereits gerichtliche Schritte angekündigt. Sollte die Klage Erfolg haben, müsste die

schwedische Regierung statt der vorgesehenen vier Lizenzen eine weitere vergeben. Das Land verteilt die Lizenzen der dritten Generation im Rahmen einer Ausschreibung und nicht wie in den meisten europäischen Ländern per Auktion.

Der PTS zufolge waren der einheimische Anbieter Tele2 sowie drei Konsortien mit ausländischer Beteiligung bei der Vergabe erfolgreich: Der bisherige Mobilfunkbetreiber Europolitan, mehrheitlich im Besitz des Vodafone-Konzerns, Orange Sverige (Orange, Bredband Mobil, Skanska, Skibsted) und HI3G (Hutchison Whampoa, Investor). Die vier Anbieter werden voraussichtlich bis 2003 rund 17,5 Milliarden Mark in den Aufbau der UMTS-Infrastruktur investieren.

Auch die Deutsche Telekom kam bei der Entscheidung unter insgesamt zehn Bewerbern nicht zum Zuge. Der Konzern hatte sich über seine Tochtergesellschaft T-Mobile International gemeinsam mit ABB (26 Prozent) und dem Telekommunikationsanbieter Utfors (29 Prozent) an dem Konsortium "Mobility4Sweden" beteiligt. Die Telekom hält 45 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen. Angeblich ist das Angebot des Konsortiums wegen mangelnder finanzieller Stärke abgelehnt worden.