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UMTS-Auktion: Vivendi steigt aus

18.05.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der französische Mischkonzern Vivendi wird sich nicht an der Auktion um die Vergabe der UMTS-Lizenzen in Deutschland beteiligen. Damit verbleiben noch elf Bewerber um eine der fünf Lizenzen für den Mobilfunkstandard der dritten Generation. Wie der Vorsitzende des Unternehmens, Jean-Marie Messier, gestern in Paris erklärte, sei der Rückzug aus Kostengründen erfolgt. Unterdessen erhöht sich der Druck auf die französische Regierung, die in den kommenden Tagen über das Verfahren für die Vergabe der UMTS-Lizenzen in ihrem Land entscheiden muss (CW Infonet berichtete).

Favorisierte die Regierung anfänglich noch die kostenlose Lizenzvergabe über einen so genannten "Beauty Contest", überdenkt sie nun nach vielfacher Kritik die Möglichkeit eines Mischverfahrens. Die mit einer Lizenz ausgestatteten TK-Carrier müssten danach eingangs einen festgelegten Preis zahlen und in den Folgejahren jährliche Gebühren an die Regierung in Paris entrichten. Mit diesem Kompromiss würden einerseits die Argumente der Kritiker entkräftet, die vor einer Abwälzung der hohen Lizenzkosten auf die Verbraucher warnen, andererseits ließe sich die Staatskasse durch regelmäßige Zahlungen füllen.