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Umsatzschwund bei i2 setzt sich fort

26.04.2004

i2 Technologies musste im ersten Quartal 2004 einen weiteren Umsatzrückgang und Verlust hinnehmen. Wie der US-amerikanische SCM-Softwareanbieter (SCM = Supply Chain Management) bekannt gab, beliefen sich die Einnahmen auf 83,6 Millionen Dollar, verglichen 157,9 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum und 97,7 Millionen Dollar im vorangegangenen vierten Quartal 2003. Ein ähnlich trauriges Bild ergab sich bei den Lizenzerlösen, die im Jahresvergleich von 19,1 Millionen auf 12,1 Millionen Dollar sanken. Im Schlussquartal 2003 hatte i2 noch Software im Wert von 14,8 Millionen Dollar verkauft.

Das Nettoergebnis drehte im Vergleich zum Anfangsquartal 2003 von plus 41,3 Millionen Dollar auf minus 30 Millionen Dollar. Dem Unternehmen aus Dallas, Texas, gelang es jedoch, sich gegenüber dem 49 Millionen Dollar im Schlussquartal 2003 zu verbessern. Ausschlaggebend dafür waren aber in erster Linie die von 42 Millionen auf zehn Millionen Dollar gesunkenen Rückstellungen für eine mögliche Einigung mit der US-Börsenaufsicht SEC. Wegen Bilanzierungsproblemen ermittelt die Behörde seit einiger Zeit gegen i2, im Juli 2003 musste die Company bereits ihre Ergebnisse der vergangenen vier Geschäftsjahre korrigieren.

Als Reaktion auf die schwache Nachfrage hat die Softwareschmiede bereits mehrmals tiefe Einschnitte vorgenommen und versucht, ihre Produkte den veränderten Marktbedingungen anzupassen. So offeriert i2 nun Supply Chain Operating Services (Scos), mit deren Hilfe Anwender in der Lage sein sollen, Supply-Chain-Management-Systeme in heterogenen Systemumgebungen einzurichten, ohne dabei in bestehende Applikationen eingreifen zu müssen. Die Texaner fahren damit einen ähnlichen Ansatz wie SAP mit "Netweaver" – ihr grundsätzliches Problem können sie damit aber nicht lösen: Wenn es darum geht, eine strategisch wichtige Technologie zu kaufen, wenden sich viele Kunden lieber an die größeren, breiter aufgestellten Anbieter im Markt, etwa SAP, Peoplesoft oder Oracle. Nachdem es dem SCM-Spezialisten bislang nicht gelungen ist, dieser Abwärtsspirale zu entgehen, sehen Marktbeobachter in i2 seit längerem einen - mit 289,7 Million Dollar liquiden Mitteln und einem

breitem Kundenstamm – interessanten Übernahmekandidaten. (mb)