Studie

Umsatzrückgang auf dem deutschen TK-Markt schwächt sich 2010 ab

04.11.2009
Der Telekommarkt in Deutschland dürfte im kommenden Jahr weniger stark schrumpfen als 2009.
VATM-Präsident Gerd Eickers
VATM-Präsident Gerd Eickers

"Wir gehen davon aus, dass wir auf dem Telekommarkt einen Umsatzrückgang von etwa zwei bis drei Prozent verzeichnen werden", sagte der Präsident des Branchenverbands VATM, Gerd Eickers, am Mittwoch in Frankfurt. Der Breitbandmarkt nähere sich einer Sättigung sowohl bei Anschlüssen als auch Umsätzen. Die Preise für DSL-Anschlüsse hält der Verband aber für weitgehend stabil, in Zukunft werde sich der Wettbewerb im Festnetz vor allem über die Bandbreite der Angebote abspielen. Im Mobilfunk werde der Preisdruck weiter anhalten, erwartet Eickers. "Wir schätzen, dass Preisnachlässe von bis zu fünf Prozent verzeichnet werden."

Im laufenden Jahr schätzt der Branchenverband die Umsätze mit Festnetz und Mobilfunk auf 62 Milliarden Euro. Das sind rund 3,6 Prozent weniger als im Vorjahr, wie aus der jährlichen Studie des VATM zum Telekommunikationsmarkt hervorgeht. Für den Rückgang ist nach wie vor der Preisverfall in der Branche verantwortlich.

Nach wie vor beherrscht die Telekom als Ex-Monopolist das Festnetzgeschäft. Zwar können kleinere Telekom-Anbieter und Kabelnetzbetreiber der Studie zufolge ihre Umsätze durch steigende Kundenzahlen steigern. Bei den Festnetzanschlüssen beansprucht der Bonner Konzern aber nach wie vor fast 60 Prozent des Umsatzvolumens für sich, selbst wenn die Kabelnetzbetreiber zum Breitbandmarkt hinzugerechnet werden, ist es etwas mehr als die Hälfte.

Gleichzeitig schwächt sich das Wachstum bei den Breitbandanschlüssen zunehmend ab, und nach wie vor greift die Telekom die meisten DSL-Neukunden ab. Die Zahl der klassischen Telefonleitungen wird den Schätzung zufolge im laufenden Jahr aber um rund zwei Millionen zurückgehen. Daneben steige vor allem die Nachfrage nach Voice-Over-IP-Anschlüssen, mit denen Telefon und Internet aus einer Hand angeboten werden können. Auch im Mobilfunk nähert sich die Zahl der aktivierten SIM-Karten in Deutschland bei mehr als 100 Millionen einer Sättigungsgrenze. Wegen der niedrigen Preise führt das Wachstum an Sprachminuten der Studie zufolge nicht zu einem Umsatzwachstum. Der Anstieg von mobilen Datendiensten kann den Rückgang bei Sprachtelefonie noch nicht ausgleichen. Auch im Mobilfunk beansprucht die Telekom nach wie vor rund ein Drittel der Umsätze für sich. (dpa/tc)