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Umsatzeinbruch beschert Sun rote Zahlen

19.04.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Sun Microsystems hat gestern seine Bilanz für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres veröffentlicht. Darin weist das Unternehmen einen Nettoverlust von 37 Millionen Dollar oder einem Cent pro Aktie aus nach 136 Millionen Dollar oder vier Cent je Anteilschein Gewinn im Berichtszeitraum des Vorjahres. Die Analysten hatten laut First Call/Thomson Financial allerdings einen mit zwei Cent pro Aktie doppelt so hohen Fehlbetrag erwartet.

Im März hatte Sun noch eine Umsatzsteigerung gegenüber dem vorhergehenden zweiten Quartal prognostiziert. Daraus wurde nichts - die Einnahmen lagen mit 3,12 Milliarden Dollar gleich hoch wie im Ende Dezember abgeschlossenen Dreimonatszeitraum und um 24 Prozent unter den 4,1 Milliarden Dollar aus dem Vorjahresquartal. Verbessert hat sich indes die Bruttomarge. Im laufenden Quartal soll der Umsatz steigen und unterm Strich wieder schwarze Zahlen bescheren.

COO (Chief Operating Officer) Ed Zander erklärte, er sei angesichts der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und negativer Statements einiger Wettbewerber mit der Unternehmensleistung zufrieden. "Zweifellos haben wir in diesem Quartal IBM und HP Marktanteile abgenommen", glaubt der Sun-Manager. Was aber nichts daran ändern kann, dass die Rezession bei Telcos und Internet-Firmen, traditionell gute Kunden von Sun, das Unternehmen erheblich beuteln.

Finanzchef Michael Lehman musste denn auch ankündigen, Sun werde seine Belegschaft im Laufe der kommenden sechs bis neun Monate um rund 1000 Mitarbeiter reduzieren (größtenteils durch Fluktuation). Ende März beschäftigte die Firma 39.473 Menschen; im vergangenen November hatte sie erstmals seit Bestehen Arbeitsplätze abgebaut, und zwar rund 4000. Positives konnte der CFO indes auch vermelden: Vom neuen Highend-Server "Starcat" (Sunfire 15K) seien im abgelaufenen Quartal bereits rund 150 Stück verkauft worden. (tc)